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Buch Rut
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ÖčÖŒDas Buch Rut oder Ruth, hebrĂ€isch ŚšŚÖŒŚȘ RĂ»t, ist ein Buch des Tanach. Wie kein anderes biblisches Buch thematisiert es die soziale RealitĂ€t fĂŒr Frauen in der patriarchalen Gesellschaft des antiken Israel. Namensgebende Hauptperson ist eine Moabiterin. Nachdem ihr israelitischer Mann verstorben ist, begleitet sie ihre Schwiegermutter, die Witwe Noomi, nach Bethlehem. Als sie nach dem Armenrecht wĂ€hrend der Gerstenernte Ăhren aufliest, begegnet sie dem wohlhabenden Bauern Boas, der sie begĂŒnstigt. Boas ist mit Noomis verstorbenem Mann verwandt und daher in der traditionellen jĂŒdischen Rolle, als âGoelâ die Familie Noomis zu schĂŒtzen. Wegen der WeitlĂ€ufigkeit der Verwandtschaftsbeziehung ist aber unklar, ob Boas diese Rolle annimmt. Noomi instruiert daraufhin Ruth, wie sie zu Boas Kontakt aufnehmen soll. Boas heiratet Rut, womit auch Noomis Zukunft gesichert ist. Das Buch schlieĂt mit dem Stammbaum König Davids, der ĂŒber Boas (und Rut) auf Perez zurĂŒckgefĂŒhrt wird.
Im Judentum zĂ€hlt das Buch Rut zu den fĂŒnf Megillot, den Festrollen. Es wird wĂ€hrend des Erntefestes Schawuot (Mai/Juni) gelesen. Im Neuen Testament wird Rut als UrgroĂmutter Davids im Stammbaum Jesu namentlich genannt (MatthĂ€us 1,5 ). Die ErzĂ€hlung von Rut, die als Kurzprosa,cite-ref-1[1] in der deutschsprachigen Literatur seit Hermann Gunkel oft als Novelle charakterisiert wird, gilt als Meisterwerk der bibelhebrĂ€ischen Prosa.
Contents
âą Inhalt
âą Hauptpersonen
âą Textgeschichte
âą JĂŒdische Leser
âą Bildende Kunst
âą Literatur
âą Musik und Film
âą Literatur
âą Textausgaben
âą Kommentare
âą Einzelthemen
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Inhalt
Prolog (Rut 1,1â5)
Das Buch Rut erzĂ€hlt vom Leben der jĂŒdischen Witwe Noomi und ihrer moabitischen Schwiegertochter Rut. Noomis Mann Elimelech war wegen einer Hungersnot aus Bethlehem in Juda ins benachbarte Moab ausgewandert.cite-ref-2[2] Seine Frau und die beiden Söhne Machlon und Kiljon hatte er mitgenommen. Bald danach war Elimelech gestorben. Die Söhne hatten zwei moabitische Frauen geheiratet, Rut und Orpa (Rut 1,4 ). Zehn Jahre spĂ€ter, nachdem auch die Söhne gestorben sind, bleibt Noomi als Witwe mit ihren nun ebenfalls verwitweten Schwiegertöchtern zurĂŒck (Rut 1,5 ). Kinder gibt es nicht.
In Rut 1,1 findet sich ein exaktes Zitat von Gen 12,10 , womit beim Publikum die Erwartung geweckt wird, Elimelech werde so wie Abraham in die Fremde ziehen, dort von Gott von allerlei GefĂ€hrdungen bewahrt bleiben und am Ende heimkehren.cite-ref-3[3] Aber diese Leseerwartung wird durchkreuzt. âIn fĂŒnf kurzen Versen haben die MĂ€nner ihre Rolle ausgespielt und nichts hinterlassen, worauf Verlass wĂ€re.âcite-ref-4[4] Ăbrig bleiben drei nicht miteinander verwandte, verschiedenen Völkern angehörige Witwen. Das ist eine in der HebrĂ€ischen Bibel singulĂ€re Konstellation, bei der völlig offen ist, was die drei Frauen weiterhin verbindet und welche Optionen fĂŒr sie bestehen.
Da MÀdchen zwischen 12 und 16 Jahren heirateten und ihre Partner Àlter waren, sollte man sich Rut und Orpa wohl als Witwen im Alter von Mitte bis Ende Zwanzig vorstellencite-ref-5[5] und Noomi als Mutter ihrer EhemÀnner Mitte Vierzig.
Erster Akt (Rut 1, 6â22)
Die drei Frauen machen sich auf den Weg zurĂŒck nach Bethlehem, da Noomi erfahren hat, die Hungersnot sei vorbei. Unterwegs im âNiemandslandâcite-ref-6[6] ermahnt Noomi die beiden jĂŒngeren Frauen eindringlich, nach Moab und in ihre Herkunftsfamilien (ihr jeweiliges âMutterhausâ, Rut 1,8 ) zurĂŒckzukehren. Sie segnet sie wegen der GĂŒte (hebrĂ€isch ŚÖ¶ŚĄÖ¶Ś ងÊsĂŠd), die beide ihr und den Verstorbenen erwiesen hatten. JHWH möge ihnen dafĂŒr ebenfalls ងÊsĂŠd erweisen und sie in einer neuen Ehe Geborgenheit (hebrĂ€isch ŚÖ°Ś ŚÖŒŚÖžŚ mÉnûងÄh) finden lassen.cite-ref-7[7] Im Land Juda gebe es fĂŒr sie keine Perspektive, da Noomi keinen weiteren Sohn hat, der sie heiraten könnte â und selbst wenn sie jetzt schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen könnte, wĂ€re es doch fĂŒr zwei junge Frauen sinnlos, abzuwarten, bis dieser herangewachsen wĂ€re.
Orpa kehrt daraufhin um; Rut jedoch besteht darauf, mit ihrer Schwiegermutter nach Juda zu ziehen: âDrĂ€nge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren! Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein. Der HERR soll mir dies und das antun â nur der Tod wird mich von dir scheiden.â (Rut 1,16â17 ) Rut macht darin deutlich, dass Noomi ihre wichtigste Bezugsperson ist und lebenslang bleiben soll. Noomi gibt es auf, Rut zu ĂŒberreden; was sie von Ruts Entschluss hĂ€lt, wird nicht erzĂ€hlt.cite-ref-8[8]
Die beiden Frauen kommen in Bethlehem an. Die Bethlehemiterinnen begrĂŒĂen Noomi; Rut als Fremde wird von ihnen ignoriert.cite-ref-9[9] Der bethlehemitische âChor der Frauenâ hat eine Funktion Ă€hnlich einem Chor im griechischen Drama. Hier gibt er Noomi Gelegenheit, als Antwort ihre Bitterkeit in Worte zu fassen. Den Tod des Mannes und der Söhne interpretiert Noomi, einer weiblichen Hiobgestalt gleich, als Angriff Gottes auf sie. Der ErzĂ€hler hingegen hatte weder der Hungersnot noch den TodesfĂ€llen eine religiöse Deutung beigelegt. In der Schlussszene des Rutbuchs tritt der Chor nochmals auf und spricht einen Segen ĂŒber Noomi, verbunden mit dem Lob Ruts.cite-ref-10[10]
Zweiter Akt (Rut 2, 1â23)
In Rut 2,1 wird Boas, die mĂ€nnliche Hauptperson des Buches, vorgestellt. Er ist aus Elimelechs Verwandtschaft und steht damit in einer allerdings diffusen Beziehung zu Noomi.cite-ref-11[11] Boas wird als âheldenhafter, fĂ€higer Mannâ (hebrĂ€isch ŚÖŽŚŚ©Ś ŚÖŽÖŒŚÖŒŚÖ茚 ŚÖ·ŚÖŽŚ âßƥ gibbĂŽr áž„ajil) charakterisiert (in Rut 3,11 wird er seine kĂŒnftige Partnerin Rut als âfĂ€hige Frauâ, hebrĂ€isch ŚÖ”Ś©Ö¶ŚŚȘ ŚÖ·ŚÖŽŚ âeĆĄĂŠt áž„ajil, bezeichnen).cite-ref-12[12] Mit Boas âtritt ⊠die personifizierte Kraft in die ErzĂ€hlung einâ.cite-ref-k-hlmoos27-13-0[13] Der Gegensatz zum BrĂŒderpaar Machlon und Kiljon (âSchwĂ€chlich und Gebrechlichâ) weckt die Erwartung, dass er irgendwie an ihre Stelle treten kann.cite-ref-k-hlmoos27-13-1[13] Wie alt man sich Boas vorstellen soll, ist eine Leerstelle der ErzĂ€hlung. Die christliche Rezeption hat aus Rut 3,10 gern gefolgert, dass Boas alt und (wegen des Ideals der Einehe) ledig gewesen sei. Aus dem Text geht nur hervor, dass Boas nicht mehr ganz jung war â genauso wenig wie Rut.cite-ref-14[14]
Es ist gerade die Zeit der Gerstenernte (April/Mai). Rut ergreift die Initiative; sie kĂŒndigt Noomi an, sie wolle auf dem Feld desjenigen Besitzers Nachlese halten, âin dessen Augen ich Gunst findeâ. (Rut 2,2 ) Die Möglichkeit dazu eröffnet das Armenrecht der Tora (vgl. Lev 19,9â10 und Dtn 24,19 ). Die Gunst des Feldbesitzers ist fĂŒr Rut notwendig, weil das Armenrecht zum einen nicht einklagbar ist, Rut als Moabiterin andererseits auch nicht zu den Armen Israels gehört, die NutznieĂer des Gesetzes sind. Eigentlich gehört Noomi zu diesem Personenkreis, aber sie bleibt passiv. Damit stellt sich die Frage, ob die bislang von den Bethlehemiterinnen ĂŒbersehene Rut nun, nach ihrem Bekenntnis zur SolidaritĂ€t mit Noomi, von den Einheimischen anerkannt wird.cite-ref-15[15]
Der Erntetag dauert von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, zu dieser Jahreszeit etwa 16 Stunden bei Temperaturen um 22 Grad Celsius. Vorausgesetzt ist bei der folgenden Szene wohl, dass die unverheirateten jungen Leute des Orts gemeinschaftlich ein Feld nach dem anderen abernten und der jeweilige FeldeigentĂŒmer dafĂŒr ihre Verpflegung ĂŒbernimmt.cite-ref-16[16]
Boas tritt auf, um sich als Feldbesitzer bei seinem jungen Vorarbeitercite-ref-17[17] ĂŒber den Stand der Arbeiten zu informieren. Er hat Rut bemerkt und erkundigt sich nach ihr. Der Vorarbeiter hĂ€lt eine lĂ€ngere Rede â schlieĂlich hat er Rut die Erlaubnis erteilt, auf dem Feld des Boas zu arbeiten und dort auĂerordentlich fleiĂig ihre eigene Ernte einzubringen. Das stellt eine sehr freundliche Auslegung des Nachleserechts dar, das eigentlich das Auflesen liegengebliebener Ăhren erst auf dem bereits fertig abgeernteten Feld gestattet. Zugleich identifiziert er Rut als Moabiterin und Schwiegertochter der Noomi und setzt sie so in Beziehung zu Boas.cite-ref-18[18]
Boas spricht Rut mit der AutoritĂ€t des Feldbesitzers an und erklĂ€rt ihr, nach welchen Regeln sie von nun an auf seinem Feld arbeiten darf. Sie soll sich zur Gruppe der jungen Frauen halten; er habe angeordnet, dass sie von den jungen MĂ€nnern in keiner Weise belĂ€stigt wird. Damit ist die verletzliche Fremde Rut doppelt geschĂŒtzt,cite-ref-20[20] zugleich beugt Boas der Möglichkeit vor, dass Rut zu einem Erntearbeiter in nĂ€heren Kontakt kommt. Indem Boas Rut als âmeine Tochterâ tituliert, bekommen diese Anweisungen eine freundliche Note.cite-ref-21[21] Andererseits hat diese vertraute Anrede etwas Gönnerhaftes, da er Rut ja erstmals sieht, und bringt so die Differenz im Sozialstatus erst recht zum Ausdruck.cite-ref-22[22]
Rut wirft sich demĂŒtig vor Boas zu Boden, als sei er ein König,cite-ref-23[23] und fragt ihn, warum er gegenĂŒber ihr, der AuslĂ€nderin (hebrĂ€isch Ś ÖžŚÖ°ŚšÖŽŚÖžÖŒŚ nĂ„khrijjÄh),cite-ref-24[24] so gĂŒtig sei. âMit abgewandtem Gesicht fragt Ruth Boas, warum Boas sie wohlwollend ansieht ⊠Sie zwingt Boas damit, in Worte zu fassen, was er an ihr findet.âcite-ref-25[25] Boas erkennt Ruts auĂergewöhnliches Engagement fĂŒr ihre Schwiegermutter an (Rut 2,11 ) â mit Formulierungen, die in der Paradiesesgeschichte fĂŒr die Verbindung zwischen Mann und Frau gebraucht werden (Gen 2,24 ) und zugleich an die Berufung Abrahams erinnern (Gen 12,1 ).cite-ref-26[26]
Dann ist Essenszeit. Boas nutzt seine soziale Stellung, um Rut in die Mahlgemeinschaft der Erntenden zu integrieren. Er fordert sie auf, bei der Leckereicite-ref-27[27] zuzugreifen, und reicht ihr persönlich das Röstkorn.cite-ref-28[28] Das Bild, wie Feldbesitzer, Erntearbeiterinnen und -arbeiter mit der Moabiterin das Essen teilen, mutet nach den vorausgehenden Szenen des Mangels geradezu idyllisch an.cite-ref-29[29]
FĂŒr die zweite TageshĂ€lfte erteilt Boas den Schnittern Befehle, die Ruts WĂŒrde schĂŒtzen und (mit Mehraufwand fĂŒr die Schnitter) Rut das Einsammeln eines reichlichen Ertrages ermöglichen. So bringt sie abends ein Efa (21 kg) Gerste zu Noomi heim. Das wĂ€re nur mit der Nachlese gemÀà dem Armenrecht der Tora nicht möglich gewesen; es entspricht etwa der Menge, die an einem normalen Erntetag von einer Person eingebracht wird.cite-ref-30[30]
Als Rut bei der RĂŒckkehr Noomi ĂŒber das Erlebte berichtet, identifiziert sie Boas: âEiner von unseren Lösern ist er!â (Rut 2,20 ) Erstmals akzeptiert sie durch dieses âunsâ Rut als Teil der Familie.cite-ref-31[31]
Die fĂŒr Rut (und Noomi) gĂŒnstige Nachlese-Regelung gilt fĂŒr die gesamte Gersten- und die nachfolgende Weizenernte. Danach muss eine neue Lösung gefunden werden.
Dritter Akt (Rut 3, 1â18)
Diesmal ergreift Noomi die Initiative. Sie kĂŒndigt an, fĂŒr Rut eine âRuhestattâ (hebrĂ€isch ŚÖžŚ ŚÖ·ÖčŚ mÄnĂŽaáž„)cite-ref-32[32] zu suchen, d. h., eine Ehe mit Boas anzubahnen. Dazu soll Rut sich vorbereiten wie die Braut fĂŒr ihre Hochzeit und abends die Tenne aufsuchen. Vorausgesetzt ist ein gemeinsamer Dreschplatz, wo der Abendwind zum Worfeln genutzt wird und der jeweilige EigentĂŒmer dann bei seinem Getreide ĂŒbernachtet, um es zu bewachen. Rut soll sich verstecken und beobachten, wo Boas seinen Schlafplatz hat. Dann soll sie in der Dunkelheit seine Beine aufdeckencite-ref-33[33] und sich dort hinlegen. Was immer Boas dann anordne, solle sie tun. Die bisher so eigenstĂ€ndige Rut erklĂ€rt der Schwiegermutter ihren Gehorsam und setzt diesen Plan um. Die ganze von Noomi arrangierte Situation ist sexuell konnotiert und fĂŒr Rut höchst riskant.cite-ref-34[34] Da Ehen ausgehandelt werden, hat Noomi anscheinend etwas anderes vor: Rut soll von Boas schwanger werden. Das hĂ€tte verschiedene mögliche Konsequenzen: a) Boas heiratet Rut, um sein Kind zu legitimieren (optimal), b) Boas nimmt Rut als Konkubine und versorgt sie fortan (auch akzeptabel), c) Rut bringt fĂŒr Noomi das Kind zur Welt, das Noomi aus AltersgrĂŒnden nicht selbst bekommen kann (fĂŒr Noomi jedenfalls eine Verbesserung ihrer Lage).cite-ref-35[35]
Der ErzĂ€hler beschreibt ausfĂŒhrlich, wie Boas es sich nach getaner Arbeit bei Speis und Trank gut gehen lĂ€sst und zufrieden einschlĂ€ft. Rut legt sich vorsichtig bei ihm nieder, die Spannung steigt. Um Mitternacht erwacht Boas, bemerkt die Frau und fragt, wer sie sei. Sie antwortet: âIch bin Rut, deine Magd. Breite deine GewandsĂ€ume (wörtlich: âFlĂŒgelâ) ĂŒber deine Dienerin, denn ein Löser bist du!â (Rut 3,9 , Ăbersetzung: Irmtraud Fischer) Rut fordert Boas damit auf, ihr durch die Ehe Schutz zu gewĂ€hren, und erinnert ihn daran, dass er ein âLöserâ ist. In kreativer Weise verknĂŒpft sie die beiden Rechtsthemen Leviratsehe und Löserpflicht. Und Boas lĂ€sst sich auf diese Argumentation ein. Was Rut vorgeschlagen hat, wolle er tun (Rut 3,11 ). Er lobt Rut als âfĂ€hige Frauâ, deren IntegritĂ€t in ganz Bethlehem bekannt sei. Gern wĂŒrde er der Löserpflicht nachkommen und Rut zur Frau nehmen, er mĂŒsse aber einem anderen, nĂ€heren Verwandten den Vortritt lassen. Das soll am nĂ€chsten Morgen geklĂ€rt werden. Rut bleibt bis zum Morgengrauen bei Boas, dann schickt er sie mit einem groĂzĂŒgigen Geschenk an Getreide zu Noomi zurĂŒck.
Die Begegnung von Rut und Boas nachts auf der Tenne ist eine der intimsten Szenen der HebrĂ€ischen Bibel. Sie hat AnklĂ€nge an die Begegnung von Mann und Frau im Garten Eden; Boasâ Erschrecken um Mitternacht lĂ€sst auch an die Nacht der Befreiung, die Pessach-Nacht, denken.cite-ref-36[36] Vor allem aber wird die fremde Frau, die Moabiterin, aufgewertet. Moabiterinnen galten als die sexuelle Bedrohung israelitischer MĂ€nner schlechthin; die Herkunft der Moabiter und Ammoniter wird aus einem Inzest der StammmĂŒtter mit ihrem betrunkenen Vater erklĂ€rt.cite-ref-37[37] Und hier ist nun die wie eine Braut geschmĂŒckte Rut, die sich in verfĂ€nglicher Szene untadelig verhĂ€lt und Boas an diverse Rechtsvorschriften der Tora erinnert.cite-ref-38[38] Ob Boas und Rut sich zueinander hingezogen fĂŒhlen oder nicht, bleibt eine Leerstelle der ErzĂ€hlung.cite-ref-39[39]
Vierter Akt (Rut 4, 1â17)
Nachdem Rut zu Noomi zurĂŒckgekehrt ist, mĂŒssen beide Frauen abwarten, wie Boas die Situation regeln wird. Der Schauplatz, den er aufsucht, ist das Stadttor von Bethlehem. Die vorausgesetzten VerhĂ€ltnisse sind jene der persischen Provinz Jehud,cite-ref-40[40] in der Orte wie Bethlehem in vielen Belangen eine Selbstverwaltung des Kollektivs von Ăltesten hatten und Rechtssachen im Tor (entsprechend der Agora bzw. dem Forum) öffentlich entschieden wurden. Grundlage hierfĂŒr war die Tora, die von den Ăltesten auf die Situation hin ausgelegt wurde.cite-ref-41[41]
SouverĂ€n gestaltet Boas die Situation im Tor; alle MĂ€nner, die dort zusammenkommen, fĂŒgen sich seinen Anordnungen.cite-ref-42[42] FĂŒr den Leser neu und ĂŒberraschend ist die Information, dass Noomi als Witwe Elimelechs im Umland von Bethlehem ein Feld besitzt, das sie verkaufen möchte (Rut 4,3 ).cite-ref-43[43] Um sich ĂŒberhaupt auf die Rechtsinstitution des Lösers beziehen zu können, ist familiĂ€rer Grundbesitz allerdings die Voraussetzung. Boas tritt als Rechtsvertreter der Witwe Noomi auf, um den Verkauf in ihrem Sinne zu regeln (vielleicht als eine Leibrente zu ihrer Altersversorgung). Er spricht gezielt einen anonymen âSoundsoâcite-ref-44[44] als kaufberechtigten nahen Verwandten an. âSoundsoâ ist auch gleich zum Kauf bereit. Nun macht Boas ihn mit der Klausel bekannt, dass er in diesem Fall mit Rut die Leviratsehe eingehen mĂŒsse: Das heiĂt, er bekĂ€me das Feld nur zur vorĂŒbergehenden Nutzung, denn der von ihm gezeugte, von Rut geborene Sohn (der als Sohn ihres verstorbenen Mannes Machlon gelten wĂŒrde) wĂŒrde es in der nĂ€chsten Generation wieder besitzen â keine gute Investition also fĂŒr âSoundsoâ.cite-ref-45[45] Die Argumentation des Boas und das weitere Geschehen beziehen sich sprachlich eng auf die Regelung der Leviratsehe in der Tora (Dtn 25,5â10 ); nur stimmen die Voraussetzungen nicht: Weder âSoundsoâ noch Boas sind BrĂŒder des verstorbenen Machlon oder haben mit ihm auf gemeinsamem Grundbesitz gelebt.cite-ref-46[46] âSoundsoâ tritt von seinem Anspruch zurĂŒck.cite-ref-47[47] Nach Dtn 25,9 mĂŒsste die Witwe den Schwager, der sich der Leviratspflicht verweigert, durch Schuhausziehen und Anspucken öffentlich demĂŒtigen; hier zieht er seinen Schuh selbst aus, und dies wird zu einem ĂŒblichen Brauch bei geschĂ€ftlichen Transaktionen erklĂ€rt. Die Ăbergabe des Schuhs symbolisiert jeweils die Ăbergabe von Rechten.cite-ref-48[48] Boas âerwirbtâ daraufhin zugleich Noomis Feld und Rut als Ehefrau (Rut 4,9â10 ) und nimmt dafĂŒr alle im Tor versammelten MĂ€nner als Zeugen. Diese bekrĂ€ftigen ihre Zustimmung, verbunden mit dem Wunsch, dass âdie Frau, die in dein Haus kommtâ, Israels StammmĂŒttern Rachel und Lea gleichen möge. Auf diese Ehe zielte Boasâ Verhandlungsstrategie im Tor ab: âDie Löserinstitution diente dazu nur als Vehikel, die Ehe des JudĂ€ers mit der Frau aus jenem Volk zu legitimieren, das auf ewig nicht in die Gemeinde Israels eintreten darf.âcite-ref-49[49]
Am Schluss der ErzĂ€hlung richtet sich die Aufmerksamkeit auf Noomi, die nun endlich ganz nach Bethlehem heimgekehrt und dort integriert ist. Rut, die ihr âsieben Söhne ersetztâ, bringt fĂŒr sie einen Sohn zur Welt (Rut 4,17 ). Dass eine Frau fĂŒr eine andere ein Kind gebiert, wird in der HebrĂ€ischen Bibel ansonsten nur in den FĂ€llen erzĂ€hlt, wo eine unfruchtbare freie Frau ihre Sklavin dem Ehemann als Konkubine ĂŒberlĂ€sst. Dieses AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnis besteht zwischen Noomi und Rut nicht. Die Nachbarinnen geben dem Neugeborenen den sprechenden Namen Obed, âDienerâ: Dieses Kind âdient beiden Frauen: Rut zur Integration und Noomi zur Reintegration in Betlehem und beiden zur Versorgung im Alter.âcite-ref-50[50] Sobald Rut einen Sohn geboren hat, verschwindet sie aus der ErzĂ€hlung.cite-ref-51[51]
Epilog (Rut 4, 18â22)
Eine zehngliedrige Stammtafel fĂŒhrt die Abstammung des Königs David ĂŒber Obed auf Perez zurĂŒck. Perezâ Geburt ist das Ergebnis einer von Tamar unkonventionell durchgesetzten Leviratsehe (vgl. Gen 38,1â30 ). Dieser Stammbaum verbindet König David mit den Erzeltern Israels und stimmt inhaltlich mit den Angaben in 1 Chr 38,1â30 ĂŒberein.
Ob diese Stammtafel ein nachtrĂ€glicher Zusatz ist oder zum Grundbestand des Rutbuchs gehört, ist in der Exegese umstritten. Im letzteren Fall zielt die ErzĂ€hlung von Rut darauf, ihren Sohn Obed zum Vorfahren des Königs David zu machen.cite-ref-52[52] DafĂŒr, dass der Epilog (die âToledot des Perezâ) sekundĂ€r ist, spricht, dass Obed hier zum Sohn des Boas erklĂ€rt wird, was er der Rut-ErzĂ€hlung zufolge zwar im biologischen Sinne ist, im sozialen Sinn aber nicht, da Boas mit Rut die Leviratsehe eingeht und Obed demzufolge als Sohn von Ruts verstorbenem Mann Machlon betrachtet wird.cite-ref-53[53]
Aufbau der ErzÀhlung
Der Masoretentext unterteilt das Buch in 85 Verse. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts (Stephen Langton) wird es in christlichen Bibeln in vier Kapitel unterteilt. Diese KapitelzĂ€hlung ĂŒbernahm die Rabbinerbibel Venedig 1516/17; sie ist seither auch im Judentum ĂŒblich.cite-ref-54[54]
Ein Kennzeichen des Buchs Rut ist der hohe Anteil der Dialoge, die ĂŒber die HĂ€lfte des Textes (59 Verse)cite-ref-55[55] ausmachen. Die Hauptpersonen werden nicht vom auktorialen ErzĂ€hler, sondern durch ihre RedebeitrĂ€ge charakterisiert.
Das Buch ist klar aufgebaut: Es gibt vier Abschnitte oder Akte, gerahmt von Prolog und Epilog. Erster und vierter Akt entsprechen sich ebenso wie zweiter und dritter Akt. In jedem Akt steht ein Dialog im Zentrum:cite-ref-56[56]
âą 1. Akt, unterwegs nach Bethlehem: Noomi spricht mit Orpa und Rut. Orpa tritt ab.
⹠2. Akt, am Feld bei Bethlehem: Boas fragt den Vorarbeiter nach der IdentitÀt Ruts. Er spricht mit Rut.
⹠3. Akt, nachts auf der Tenne: Boas fragt Rut nach ihrer IdentitÀt.
âą 4. Akt, im Stadttor von Bethlehem: Boas spricht mit dem Löser und den Ăltesten. Der Löser tritt ab.
Hauptpersonen
Bezeichnend fĂŒr das Buch Rut ist der Gebrauch sprechender Eigennamen. Einzig der Name Rut ist in seiner Bedeutung unklar. Da die Wurzel rwt im antiken Moab gut bezeugt ist, sieht Ernst Axel Knauf Rut als moabitischen Frauennamen an.cite-ref-57[57] Ruts Rolle als Hauptperson ist dadurch unterstrichen, dass sie sowohl von dem Vorarbeiter als auch von Boas und zum Schluss von den Frauen Bethlehems gerĂŒhmt wird.cite-ref-58[58]
Die weiteren Personen:
âą NoÊżomi (hebrĂ€isch Ś ÖžŚąÖłŚÖŽŚ NĂ„ÊżĂ„mĂź): âMeine Wonneâ, spĂ€ter Mara (ŚÖžŚšÖžŚ MÄrÄâ) âBittereâ
âą Elimelech (ŚÖ±ŚÖŽŚŚÖ¶ŚÖ¶ŚÖ° âĂlĂźmĂŠlĂŠkh): âMein Gott ist Königâcite-ref-liss439-59-1[59] â insofern passend, als aus seiner Familie das Jerusalemer Königshaus hervorgeht.cite-ref-fischer34-60-1[60] Bereits der Midrasch Rut Rabba interpretiert den Namen Elimelech in diesem Sinn: âZu mir kommt das Königreich.âcite-ref-61[61]
âą Obed (ŚąÖčŚŚÖ”Ś ÊżĂved): âDiener, Knechtâ
âą Bethlehem (ŚÖ”ÖŒŚŚȘ ŚÖžŚÖ¶Ś BĂȘt lÄងÊm): âBrothausâcite-ref-liss439-59-4[59]
Alle handelnden Personen (auch Orpa und der anonyme âLöserâ) sind positiv gezeichnet und wetteifern fast darum, dem anderen Gutes zu tun und zu helfen.cite-ref-64[64] Es lĂ€sst sich auĂerdem sagen, dass die Personennamen nicht willkĂŒrlich gewĂ€hlt wurden, sie offenbaren die wesentlichen Absichten und Inhalte der jeweiligen Personen, die wiederum in AbhĂ€ngigkeit zueinander stehen.cite-ref-65[65]
Ort und Zeit der Handlung
Die erzĂ€hlte Zeit des Buchs Rut ist die âZeit, als die Richter regiertenâ (Rut 1,1 ), d. h. die Eisenzeit I (1200/1150â1000 v. Chr.). Aus dieser Periode der Geschichte PalĂ€stinas liegt kaum Quellenmaterial vor, archĂ€ologisch ist sie nach der vorausgehenden Deurbanisierung durch neues Siedlungswachstum gekennzeichnet: Beginnend im Bergland, stiegen Dörfer zu regionalen Zentren auf, und HĂ€uptlinge (= Richter) standen kleinen Stammesstaaten oder kurzlebigen Allianzen vor. Man nimmt an, dass das biblische Buch der Richter Erinnerungen an diese Zeit bewahrt hat.cite-ref-66[66] Der Einleitungssatz des Rutbuchs wird allerdings vielfach als sekundĂ€r betrachtet, weil in der ErzĂ€hlung eben kein Richter auftritt, um die juristische Problematik mit AutoritĂ€t zu entscheiden.cite-ref-67[67]
Der Prolog des Rutbuchs umfasst eine Zeitspanne von ĂŒber zehn Jahren. Danach verlangsamt sich das ErzĂ€hltempo immer mehr: Der erste Akt entspricht einer Wanderung von Moab nach Bethlehem in Juda (also wohl mehrere Tage). Der zweite Akt umfasst einen einzigen Tag am Beginn der Gerstenernte, den man mit der Hauptfigur Rut durchlebt. Von dort springt die ErzĂ€hlung zum Abschluss der Getreideernte und behandelt im dritten Akt die Ereignisse einer Nacht sowie im vierten Akt die Ereignisse am darauf folgenden Morgen. Da in Israel der Tag mit der AbenddĂ€mmerung beginnt, spielen dritter und vierter Akt im Lauf eines vollen Tages. Mit Rut 4,12 ist die Aufnahme der Moabiterin Rut in die Gemeinschaft Israels vollzogen, und nun weitet sich die Zeit in die neun Monate von Ruts Schwangerschaft. Im Epilog wird der Knabe Obed in eine Abstammungslinie gestellt, die bis zu den Erzeltern Israels zurĂŒckverfolgt wird und dann in die Zukunft ĂŒber die Richterzeit hinaus bis zu König David reicht.cite-ref-68[68]
Der GroĂteil des Rutbuchs spielt in und um Bethlehem, das im ersten Akt nach einer Wanderung erreicht wird. In der Stadt haben Noomi und Rut einen nicht nĂ€her beschriebenen Aufenthaltsort,cite-ref-69[69] von wo aus Rut tĂ€glich zur Erntearbeit aufbricht, wĂ€hrend Noomi zurĂŒckbleibt. Mit Rut besucht der Leser im zweiten und dritten Akt die Felder bei Bethlehem, wo es einen Ort fĂŒr die Mittagsrast gibt und eine Tenne, wo man nach dem abendlichen Worfeln ĂŒbernachtet. Das Stadttor von Bethlehem ist der Schauplatz des vierten Akts.
Entstehungszeit und -ort
FĂŒr eine Datierung des Buchs Rut in nachexilischer Zeit (5. Jahrhundert v. Chr. oder spĂ€ter) nennen Erich Zenger und Christian Frevel folgende GrĂŒnde:cite-ref-70[70]
âą Das Buch bietet eine kreative Auslegung von Rechtsvorschriften der Tora, nĂ€mlich der Institution des Lösers, der ein Vorkaufsrecht bzw. eine RĂŒckkaufspflicht beim Landbesitz der GroĂfamilie hat (Lev 25) und der Institution der Schwagerehe (Dtn 25).
âą Die Betonung familiĂ€rer SolidaritĂ€t passt in eine Zeit nach dem Zusammenbruch des Königtums. Nach der RĂŒckkehr aus dem Babylonischen Exil war die Integration von Nichtisraeliten eine drĂ€ngende und umstrittene Frage.
âą RĂŒckkehr aus fremdem Land und Geburt eines Kindes sind Hoffnungsmotive, die Ă€hnlich zum Beispiel bei Deuterojesaja begegnen.
âą Auch in anderen Werken der nachexilischen Literatur tragen die Hauptpersonen sprechende Namen.
âą Die âFrauenperspektiveâ des Buchs passt eher in eine spĂ€tere Zeit.
âą Zahlreiche BezĂŒge zu anderen Schriften der HebrĂ€ischen Bibel setzen voraus, dass das Buch Rut spĂ€ter als jene abgefasst wurde.
Die GrunderzĂ€hlung datiert Markus Witte ins 5./4. Jahrhundert v. Chr. und weist sie gebildeten Jerusalemer Kreisen zu, die sich sowohl in Rechtstexten als auch in der erzĂ€hlenden Literatur Israels gut auskannten.cite-ref-71[71] Irmtraud Fischer, die fĂŒr die literarische Einheitlichkeit des Buchs plĂ€diert, teilt diese Argumentation, wobei allerdings das Desinteresse am Kultus und am Priestertum auffĂ€llig sei. Seit Shlomo Dov Goitein (1957) wird manchmal eine Frau als Verfasserin erwogen, auch Fischer hĂ€lt dies fĂŒr möglich.cite-ref-72[72] Eine andere Möglichkeit, die âFrauenperspektiveâ des Rutbuchs zu erklĂ€ren, ist die Tradierung des Stoffs durch weise Frauen vor seiner schriftlichen Fixierung.cite-ref-73[73]
Zur Sprache des Rutbuchs bemerkt Yair Zakovitch, der Verfasser habe angestrebt, der ErzÀhlung einen archaischen Charakter zu verleihen, gebrauche jedoch Sprachelemente, die auf eine spÀte Entstehung hinweisen, sowohl Aramaismen als auch Hapax legomena, die im Mischna-HebrÀischen wieder begegnen.cite-ref-74[74]
Textgeschichte
HebrÀischer Text
Unter den Schriftrollen vom Toten Meer befanden sich vier Fragmente des Buches Rut:cite-ref-crawford-75-0[75]
âą 2QRutha = 2Q16 (1. Jahrhundert n. Chr.) enthĂ€lt Rut 2,13â23 , Rut 3,1â8 und Rut 4,3â4 . Die Unterschiede zum masoretischen Text sind geringfĂŒgig.
âą 2QRuthb = 2Q17 (um 50 v. Chr.) enthĂ€lt Rut 3,13â18 . Maurice Baillet stellte eine gewisse âUnabhĂ€ngigkeitâ gegenĂŒber dem masoretischen Text fest, doch ermöglicht die geringe Textmenge kein sicheres Urteil.
âą 4QRutha = 4Q104 enthĂ€lt Rut 1,1â12 .
âą 4QRuthb = 4Q105 enthĂ€lt vier einzelne Wörter aus Rut 1,1â2 und vier unvollstĂ€ndige Zeilen aus Rut 1,11â15 .
Insgesamt lĂ€sst sich feststellen, dass die Qumran-Fragmente von Rut so gut wie nie mit der Septuaginta gegen den Masoretischen Text ĂŒbereinstimmen, aber einige von beiden abweichende Lesarten bieten.cite-ref-76[76] Weitere Bezugnahmen auf das Buch Rut sind im Textkorpus vom Toten Meer nicht nachgewiesen.cite-ref-crawford-75-1[75] Hinzu kommt das Manuskript SchĂžyen 5441 (Rut 2,1â2 ), welches sich aufgrund der geringen Textmenge weder texttypologisch noch orthographisch einordnen lĂ€sst; auch der Fundort in der Region am Toten Meer ist unbekannt.cite-ref-thb-online-bachmann-77-0[77]
Die wichtigsten Zeugen des masoretischen Textes sind in der Biblia Hebraica Quinta der Codex Leningradensis, der Codex von Aleppo und ein jemenitisches Manuskript aus der Cambridge University Library (Add. Ms. 1753). Der ursprĂŒngliche Konsonantentext wurde wahrscheinlich in einer altertĂŒmlichen, sehr defektiven Orthographie niedergeschrieben und anschlieĂend der Schreibweise des masoretischen Textes angepasst, wobei es aber zu Unstimmigkeiten kam, die von spĂ€teren Kopisten fallweise korrigiert wurden.cite-ref-thb-online-bachmann-77-1[77]
Griechischer, syrischer und lateinischer Text
Die antike griechische Ăbersetzung des Buchs Rut (altgriechisch ÎĄÎżÏ
Ξ RĆ«th) weist Merkmale auf, die eine spĂ€te Abfassung (1. Jahrhundert n. Chr.) wahrscheinlich machen; ob sie an die Stelle Ă€lterer griechischer Ăbersetzungen trat, ist unsicher. Das griechische Rutbuch gibt keine Anhaltspunkte dafĂŒr, ob es in Ăgypten (Alexandria) oder JudĂ€a (Jerusalem) entstand.cite-ref-78[78] Es handelt sich um âĂbersetzungsgriechischâ, das Sprachelemente der hebrĂ€ischen Vorlage nachahmt. Damit ist der RĂŒckschluss möglich, dass diese hebrĂ€ische Vorlage dem masoretischen Text nahestand.cite-ref-79[79] Mehrfach vermeidet der Septuaginta-Ăbersetzer Formulierungen mit sexuellen Konnotationen; beispielsweise wird ausgelassen, dass Boas getrunken hatte (und womöglich betrunken war), als er sich auf der Tenne zum Schlafen niederlegte (Rut 3,7 ).cite-ref-80[80] Ebenfalls zu den âtheologischen Retuschenâ des Septuaginta-Rutbuchs rechnet Eberhard Bons, dass Orpa als Polytheistin gekennzeichnet wird, wĂ€hrend Rut sich zu dem einen Gott Israels bekehrt hat:cite-ref-81[81]
âUnd Orpha kĂŒsste ihre Schwiegermutter und kehrte um zu ihrem Volk, Ruth aber folgte ihr. Und Noemin sagte: Siehe, deine SchwĂ€gerin ist zurĂŒckgekehrt zu ihrem Volk und zu ihren Göttern.â
â
Ruth
:
1,14â15
Die Vetus Latina stimmt mit dem masoretischen Text ĂŒberein, ohne eine NĂ€he zu bekannten griechischen Textfassungen aufzuweisen. Der Ăbersetzer der Vulgata, Hieronymus, der das Buch Rut relativ spĂ€t (405/6) aus dem HebrĂ€ischen ĂŒbersetzte, nutzte eine hebrĂ€ische Vorlage, die leicht vom masoretischen Text abwich, aber Ăhnlichkeit mit 4Q104 und 2Q17 aufweist. Die meisten Unterschiede zum masoretischen Text sind aber nicht durch eine abweichende Vorlage, sondern durch stilistische oder theologische GrĂŒnde erklĂ€rbar.cite-ref-thb-online-k-hlmoos-83-1[83]
Stellung im Kanon
HebrÀische Bibel
âDie Reihenfolge der Hagiographen [= Ketuvim] ist wie folgt: Ruth, Psalmen, Ijob, SprĂŒche, Qoheleth, Lied der Lieder [= Hoheslied], Klagelieder, DaniĂ©l, die Esterrolle, Ezra [= Esra und Nehemia] und die Chronik [= 1. und 2. Buch der Chronik].â
â
Babylonischer Talmud
:
Bava Batra 14b
An dieser Stelle des Talmud werden auch einige Angaben zu Verfassern biblischer BĂŒcher gemacht. Samuel schrieb demnach das Buch Rut.cite-ref-85[85] Bemerkenswert an dieser Baraita ist, dass die fĂŒnf Megillot noch nicht zu einer Untergruppe der Ketuvim zusammengefasst sind. Die hier gebotene Reihenfolge ist vorbildhaft fĂŒr alle jĂŒdischen Bibelhandschriften, die die Gruppe der Megillot noch nicht kennen, teilweise auch fĂŒr spĂ€tere Bibelhandschriften, die zwar die Megillot zusammenstellen, im Ăbrigen aber der Reihenfolge von Bava Batra 14b folgen.cite-ref-86[86] Julius Steinberg schlĂ€gt fĂŒr diese Liste folgende ErklĂ€rung vor:cite-ref-87[87]
âą Das an den Anfang gestellte Buch Rut dient als EinfĂŒhrung in die Ketuvim und entfaltet das Thema Exil und Heimkehr.
âą Die umfangreichen BĂŒcher Psalmen und Chronik haben den Charakter von Kompendien und rahmen die ĂŒbrigen Ketuvim.
âą Eine Untergruppe umfasst die weisheitlichen BĂŒcher Ijob, SprĂŒche, Kohelet und Hoheslied. Sie behandeln den Lebensweg des einzelnen Menschen zwischen den Polen Trauer und Freude.
âą Die zweite Untergruppe umfasst die historischen BĂŒcher Klagelieder, Daniel, Ester, Esra/Nehemia. Sie behandeln den Weg des Volkes Israel vom Exil zur RĂŒckkehr ins Land, also ebenfalls von der Trauer zur Freude.
Eine zweite frĂŒhe Anordnung der Ketuvim findet sich im Codex Leningradensis: Chronik, Psalmen, Ijob, SprĂŒche, Rut, Hoheslied, Kohelet, Klagelieder, Ester, Daniel, Esra/Nehemia. Man nimmt an, dass diese Anordnung auch im Codex von Aleppo und im Codex Cairensis schon befolgt wurde und mithin bis ins 9. Jahrhundert zurĂŒckreicht.cite-ref-88[88] Die fĂŒnf Megillot finden sich hier schon als Untergruppe zusammengestellt, doch nach Timothy J. Stone erfolgte diese Anordnung noch nicht aus liturgischen GrĂŒnden. Das Lob der tĂŒchtigen Frau am Ende des Buchs der SprĂŒche bewirkte demnach, dass das Buch Rut hinter diesem einsortiert wurde. Die Moabiterin Rut erscheint als Musterbeispiel der tĂŒchtigen Frau.cite-ref-89[89] Im Midrasch Leqach Tov heiĂt es: âUnd darum stellte man das Buch Rut in die NĂ€he der SprĂŒche Salomos, um dich zu lehren, daĂ alles, was Salomo ĂŒber die tĂŒchtige Frau sprach, auf Noomi und ihre Schwiegertochter (Rut) zu beziehen ist.âcite-ref-90[90] Unter 114 mittelalterlichen hebrĂ€ischen Manuskripten findet sich 42-mal die obige Reihenfolge Rut, Hoheslied, Kohelet, Klagelieder, Ester und 37-mal die liturgische Reihenfolge Hoheslied, Rut, Klagelieder, Kohelet, Ester.cite-ref-91[91]
Die in jĂŒdischen Bibeln heute ĂŒbliche ârabbinischeâ Anordnung der Ketuvim kam im 12./13. Jahrhundert auf; sie verbindet orientalische und westliche Traditionen. Innerhalb der Megillot gilt die liturgische Reihenfolge Hoheslied, Rut, Klagelieder, Kohelet, Ester. Auf diese Weise rĂŒcken die BegrĂŒndung der davidischen Dynastie (Buch Rut) und ihre Zerstörung (Klagelieder) direkt hintereinander.cite-ref-92[92]
Der frĂŒhe hebrĂ€ische Bibeldruck (Soncino 1488, Neapel 1491, Brescia 1494) fĂŒhrte als Neuerung ein, die Megillot direkt hinter die fĂŒnf BĂŒcher der in einem einjĂ€hrigen Zyklus gelesenen Tora zu platzieren; ihre Zuordnung zu einem Fest steht hierbei im Vordergrund. Darauf aufbauend, ordnete die Rabbinerbibel Warschau 1885 jedem Buch der Tora als Anhang die Megilla zu, die in zeitlicher NĂ€he als Festlesung verwendet wird; das Buch Rut wird auf diese Weise zum Anhang von Numeri.cite-ref-93[93]
Griechische und syrische Bibel
In den spĂ€tantiken Septuaginta-Codices wurde das Buch Rut unter die GeschichtsbĂŒcher eingeordnet. Es folgt dem Buch der Richter und geht den BĂŒchern der KönigtĂŒmer voraus. Origenes zufolge galt Rut als Anhang des Buchs der Richter.cite-ref-94[94] War die Richterzeit gekennzeichnet durch exzessive Gewalt gegen Frauen und willkĂŒrliches Handeln, so bildet das Rutbuch den Kontrast hierzu.cite-ref-95[95]
In einigen frĂŒhen Peschitta-Handschriften wurde das Buch Rut mit der ErzĂ€hlung von Susanna im Bade, dem Buch Ester und dem Buch Judit zu einer Einheit verbunden, dem sogenannten âBuch der Frauen.âcite-ref-96[96]
Rezeptionsgeschichte
JĂŒdische Leser
Flavius Josephus
Der jĂŒdisch-hellenistische Historiker Flavius Josephus erzĂ€hlte das Rutbuch im Rahmen seines 93/94 n. Chr. fertiggestellten Geschichtswerks JĂŒdische AltertĂŒmer nach (Buch 5, 318â338). Vermutlich nutzte er die zu seiner Zeit noch ganz neue griechische Ăbersetzung der Septuaginta, kannte aber auch den hebrĂ€ischen Text.cite-ref-97[97] Er kĂŒrzte erheblich, vor allem, indem er die fĂŒr das Buch Rut sehr kennzeichnenden Dialoge zusammenstrich. Bei Josephus bemisst sich die Bedeutung einer Person daran, wie oft sie von ihm das Wort erhĂ€lt: âDie VerhĂ€ltnisse sind eindeutig: Boas spricht viermal âŠ, Naomi einmal und Ruth gar nicht.âcite-ref-98[98] Noomi veranschaulicht die programmatisch den Antiquitates vorangestellte These, aus dem Lauf der Geschichte könne der Leser erkennen, dass die Befolgung der Tora (der âvortrefflichen Gesetzgebungâ) zu einem gelingenden Leben verhelfe (ΔáœÎŽÎ±ÎčÎŒÎżÎœÎŻÎ± eudaimonĂa âLebensglĂŒckâ).cite-ref-99[99] Aber wichtiger als Noomi und Rut ist Boas, der bei Josephus die Tugenden der Gastfreundschaft, GroĂzĂŒgigkeit, Frömmigkeit, Freundlichkeit, Weisheit, sexuellen IntegritĂ€t und Treue zum jĂŒdischen Gesetz verkörpert. Gott lenkt die Geschichte bei Josephus indirekt, indem er die beiden notleidenden Frauen dem exemplarisch frommen Boas begegnen lĂ€sst, der dann fĂŒr das GlĂŒck aller sorgt.cite-ref-100[100]
SpÀtantike und Mittelalter
Die Datierung des Targum zu Rut ist umstritten, doch sprechen Indizien dafĂŒr, dass es sehr alte Elemente darin gibt, die bis auf die Zeit der Tannaiten zurĂŒckgehen. Es handelt sich nicht nur um eine Ăbersetzung des hebrĂ€ischen Buchs Rut ins AramĂ€ische, sondern um eine Anreicherung mit zusĂ€tzlichen Stoffen auf mehr als die doppelte LĂ€nge der biblischen Vorlage.cite-ref-101[101]
Der frĂŒheste Midrasch zum Buch Rut ist der Midrasch Rut Rabba, eine Textsammlung, die in spĂ€tantiker oder frĂŒhbyzantinischer Zeit in Eretz Israel niedergeschrieben wurde. Etwas spĂ€ter ist der Midrasch Rut Zuta zu datieren. Der von Tuvia ben Eliezer im spĂ€ten 11. Jahrhundert verfasste Midrasch Leqach Tov kombinierte Material aus den beiden Ă€lteren Midraschim zu Rut mit Material aus dem Targum.cite-ref-102[102] Den Ă€ltesten jĂŒdischen Kommentar zum Buch Rut verfasste der Jerusalemer KarĂ€er Jafet ben Ali im 10. Jahrhundert auf Arabisch; er wurde spĂ€ter ins HebrĂ€ische ĂŒbersetzt und irrtĂŒmlich Salomo ben Jeruchim zugeschrieben. Die karĂ€ische Kritik an rabbinischer Bibelauslegung verband sich bei Jafet ben Ali mit genauer Untersuchung grammatischer PhĂ€nomene. Im spĂ€ten 11. Jahrhundert folgte der Rut-Kommentar Raschis, welcher den Midrasch Rut Rabba nutzte und BezĂŒge zum Buch Rut im Babylonischen Talmud aufzeigte. Raschi kennzeichnete hier wie in seinen anderen Kommentaren das BemĂŒhen um den einfachen Wortsinn (Peschat); er ging besonders auf schwer verstĂ€ndliche Wörter (Hapax legomena) ein. Eine noch gröĂere Distanz zum Midrasch bei gleichzeitigem Interesse am genauen biblischen Wortlaut wies der Kommentar von Abraham ibn Esra im 12. Jahrhundert auf. Der nur in einem Manuskript erhaltene Kommentar des Emmanuel von Rom stellt eine Bearbeitung und Erweiterung von Ibn Esras Rut-Kommentar dar.cite-ref-103[103]
WĂ€hrend die HebrĂ€ische Bibel die Konversion zum Judentum nicht kennt, wurde sie fĂŒr die Rabbinen der SpĂ€tantike zu einem wichtigen und regelungsbedĂŒrftigen Thema. Rut diente ihnen als Modell einer Konvertitin, weil sie sich mit den Worten Rut 1,16 zugleich zu Israel (einer sozialen Gemeinschaft) und zu Gott (einem religiösen System) bekannte. Dreimal fordert Noomi ihre Schwiegertöchter auf, umzukehren; ebenso soll eine Person, die zum Judentum konvertieren möchte, dreimal abgewiesen, aber wenn sie beharrlich bleibt, angenommen werden. Der Midrasch Rut Rabba malt aus, wie Noomi Rut Unterricht vor ihrer Konversion erteilt.cite-ref-104[104] Laut der Mischna widersprach die Ehe des Israeliten Boas mit der Moabiterin Rut nicht Dtn 23,4 , da sich das Verbot der Konversion von Moabitern nur auf MĂ€nner beziehe.cite-ref-105[105]
Im Babylonischen Talmud wird Rut als Tochter des Moabiterkönigs Eglon bezeichnet.cite-ref-106[106] Sie soll die Regierungszeit ihres Urenkels David und sogar noch den Beginn der Herrschaft Salomos miterlebt haben.cite-ref-107[107] Boas dagegen wird im Talmud mit dem Richter Ibzan identifiziert (vgl. Ri 12,8â10 ).cite-ref-108[108] Orpa erhĂ€lt im Midrasch ausgesprochen negative ZĂŒge und wird zur Ahnfrau von Davids Zweikampfgegner Goliat.cite-ref-109[109]
FĂŒr die Zuweisung des Buchs Rut an das Fest Schawuot werden verschiedene GrĂŒnde genannt: Das Buch spielt zur Zeit der Gersten- und Weizenernte, und Schawuot ist ein Erntefest; König David soll (laut dem Midrasch Rut Rabba) an Schawuot verstorben sein, und das Buch Rut berichtet von seinen Vorfahren; Schawuot ist thematisch mit der Gabe der Tora an Israel verbunden, und Rut ist das Modell einer Konvertitin, die sich aus eigenem Antrieb der Religion Israels anschlieĂt.cite-ref-liss443-110-0[110]cite-ref-111[111]
Im kabbalistischen Werk Midrasch haNeâlam (13. Jahrhundert) verkörpert Rut die Schechina im Exil; im etwas spĂ€teren Guf haZohar spielt die Begegnung auf der Tenne eine wichtige Rolle: Rut sucht nicht den Löser, sondern den messianischen Er-Löser, und der sexuelle Kontakt mit Boas, bei dem Obed gezeugt wird, hat theurgische Wirkungen. SchlieĂlich kann Rut in der Kabbala (Midrasch haNeâlam, Tikkunei Zohar) als Verkörperung der Tora verstanden werden, was die Verlesung ihres Buchs am Fest Schawuot besonders passend erscheinen lĂ€sst.cite-ref-112[112]
Modernes Judentum
Im frĂŒhen Zionismus hatte das Buch Rut eine groĂe Bedeutung. Zeigte es doch, wie die RĂŒckkehr aus dem Exil ins Land Israel die Menschen aufleben lĂ€sst â und noch dazu sind sie gemeinsam in der Landwirtschaft tĂ€tig. Bei Schawuot-Feiern in Kibbutzim wurde das Buch daher gern gelesen oder als TheaterstĂŒck aufgefĂŒhrt. Dass Rut eine Moabiterin war, trat dabei in den Hintergrund. Im ausgehenden 20. und frĂŒhen 21. Jahrhundert ist Ruts Migrantenschicksal dagegen ein wichtiges Thema. In Israel finden an Schawuot LernnĂ€chte mit dem Buch Rut statt, wobei Probleme von Immigranten und Minderheiten in der israelischen Gesellschaft diskutiert werden. Diese LernnĂ€chte (Tikkunim) nach kabbalistischem Vorbild, zu denen man weiĂ gekleidet die Synagoge oder auch eine sĂ€kulare Kultureinrichtung besucht, sind in Israel seit etwa 2000 zu einem verbreiteten PhĂ€nomen geworden.cite-ref-114[114] Der orthodoxe Rabbiner Israel Drazin sieht die Geschichte Ruts als Beispiel dafĂŒr, dass es fĂŒr Nichtjuden damals leichter gewesen sei, als Angehörige des Volkes Israel anerkannt zu werden, als in der Gegenwart.cite-ref-115[115]
In traditionellen aschkenasischen Gemeinden auĂerhalb Israels wird das Buch Rut am zweiten Tag Schawuot nach dem Hallel gelesen, in sefardischen Gemeinden in zwei Teilen am ersten und zweiten Tag Schawuot. Liberale Gemeinden kennen den Brauch, eine Lernnacht an Schawuot mit dem Studium des Buchs Rut zu verbringen.cite-ref-liss443-110-1[110] WĂ€hrend aschkenasische Gemeinden die Lesung aus einer Schriftrolle vortragen, ist es in anderen Riten ĂŒblich, den Text aus einer gedruckten Bibel oder einem Siddur vorzulesen.cite-ref-116[116]
Zum Grab von Rut und Isai vgl.
â
Hauptartikel
:
Deir al-ArbaÊżin
Christliche Leser
Neues Testament und Alte Kirche
Im Stammbaum Jesu nach Mt 1,1â17 ist Rut (Vers 5b) eine von fĂŒnf Frauen, die erwĂ€hnt werden. Neben ihr stehen: Tamar (Vers 3a), Rahab (Vers 5a), Batseba (Vers 6b) und Maria (Vers 16). Nur im MatthĂ€usevangelium findet sich die Notiz, dass Rahab die Mutter des Boas gewesen sei.
In der frĂŒhchristlichen Literatur wurde Rut abgesehen von ihrer ErwĂ€hnung im Stammbaum Jesu zunĂ€chst nur wenig thematisiert. Schon bei Hippolyt von Rom findet sich die typologische Deutung, wonach Boas Christus als BrĂ€utigam und Rut die Kirche aus den Heiden darstellt. Eingehender befasste sich Ambrosius von Mailand mit dem Buch Rut. Er stellte eine Verbindung zwischen dem Rechtsbrauch des Schuhausziehens im 4. Kapitel und der Aussage Johannes des TĂ€ufers, er sei nicht wĂŒrdig, Jesus Christus die Schuhe zu tragen, her (vgl. Mt 3,11 ). Boas konnte die Moabiterin Rut erst heiraten, nachdem âSoundsoâ zurĂŒcktrat und als Zeichen des Verzichts seinen Schuh auszog. Christus, dessen Schuhe von niemandem gelöst werden, sei der BrĂ€utigam der Kirche. Mose dagegen zog auf göttlichen Befehl seine Schuhe aus (vgl. Ex 3,5 ), ist demnach laut Ambrosius von geringerem Rang als Christus und nicht der BrĂ€utigam.cite-ref-117[117] Die allegorische Deutung der Ehe zwischen Boas und Rut auf die Beziehung Christi zu seiner Kirche wurde dann von weiteren KirchenvĂ€tern aufgegriffen, darunter Johannes Chrysostomos. Von den altkirchlichen Autoren wurde Rut nicht, wie von den Rabbinen, als Konvertitin zum Judentum gesehen, sondern als ReprĂ€sentantin der nichtjĂŒdischen Welt, die von Gott ohne Befolgung der Tora akzeptiert werde.cite-ref-118[118]
Der liturgische GruĂ âDer Herr sei mit euch!â (Dominus vobiscum) wird oft als Zitat von Rut 2,4 , Boasâ GruĂ an die Erntearbeiter, gedeutet.cite-ref-119[119] Willem Cornelis van Unnik erklĂ€rt es allerdings fĂŒr unwahrscheinlich, dass das in der christlichen Liturgie kaum beachtete Buch Rut diese GruĂformel geliefert habe.cite-ref-120[120]
Mittelalter
Im Mittelalter war die Deutung von Boas und Rut auf Christus und die Kirche Allgemeingut. Die Glossa ordinaria deutete das ganze Buch Rut allegorisch und typologisch und integrierte dabei das Schuh-Motiv aus der Auslegung des Ambrosius. Moab wird als Reich des Teufels verstanden, Rut als Verkörperung der Heidenchristen, ihre Ehe mit Boas als die BegrĂŒndung der Kirche aus Juden und Heiden.cite-ref-121[121]
Hugo von Saint-Cher erörterte, warum die biblische Schrift Buch Rut und nicht Buch Boas heiĂe (da Boas/Christus ja bedeutender sei als Rut/die Kirche). Nach Rut sei das Werk benannt, um die Gnade Christi umso mehr zu betonen.cite-ref-122[122] Noomis Aufenthalt im Lande Moab, wo ihr Mann und ihre Söhne sterben, kann dem irdischen Leben des Christen verglichen werden, das auch von Trauer ĂŒberschattet ist. Ihre RĂŒckkehr nach Bethlehem entspricht dann dem Eintritt ins himmlische und ewige Leben. Wenn Noomi Rut anweist, sich auf der Tenne zu Boas zu legen, so verstand die mittelalterliche Exegese das als Rat, als Christ bei den FĂŒĂen Christi auszuruhen.cite-ref-123[123]
Modernes Christentum
Karl Barth interpretierte in der Kirchlichen Dogmatik die ErzĂ€hlung von Ruth im Blick auf das VerhĂ€ltnis Israels zu den Völkern. Die Moabiterin Rut, die Noomi hilft, ist fĂŒr ihn ein Beispiel fĂŒr in der HebrĂ€ischen Bibel erwĂ€hnte âFremdlinge, und doch als solche [zu Israel] Hinzugehörige, ⊠die ⊠eine Art Auftrag ausfĂŒhren, ein Amt ausĂŒben, fĂŒr das es keinen Namen gibt âŠâcite-ref-124[124]
Jennifer L. Koosed stellte 2011 fest, das Buch Rut komme zwar in christlichen Kinderbibeln und Kindergottesdienst-Materialien ausgiebig vor, aber âkein einziger Abschnitt des Buchs Rut wurde in irgendein christliches Lektionar aufgenommen oder ist irgendwo Teil einer Festtags- oder Sonntagsliturgie. Zwar wird Ruts Treuebekenntnis gegenĂŒber Noomi Rut 1,16â17 manchmal bei Trauungen gelesen, aber dies geschieht auf Wunsch des Brautpaars, nicht weil es Teil des liturgischen Textes wĂ€re.âcite-ref-125[125] Hier betritt das gemeinsame Lektionar von VELKD und UEK Neuland: Seit 2018 ist Rut 1,1â19 Predigttext (Reihe III) am Dritten Sonntag nach Epiphanias.cite-ref-126[126] In der römisch-katholischen Leseordnung ist das Buch Rut allerdings folgendermaĂen vertreten: Ausschnitte aus dem ersten Kapitel als Lesung am Freitag der 20. Woche im Jahreskreis im Lesejahr I und Ausschnitte aus dem zweiten Kapitel am folgenden Samstag der 20. Woche im Jahreskreis sowie 1,14bâ17 als mögliche Lesung bei der Trauung; auch in der âSammlung von Marienmessenâ ist es vertreten.cite-ref-127[127]
Rut 1,16b findet sich in mehreren Liturgien fĂŒr die Segnung von Paaren in eingetragener Lebenspartnerschaft.cite-ref-128[128]
Gedenktag der Hauptperson Rut
âą evangelisch: 16. Juli im Kalender der Lutherischen Kirche â Missouri-Synode
âą katholisch: 1. September
âą orthodox: vorletzter Sonntag im Advent
Rut in Kunst, Literatur, Musik und Film
Bildende Kunst
In der frĂŒhchristlichen Kunst wird das Buch Rut nicht dargestellt. Die ersten Illustrationen finden sich in byzantinischen Handschriften des Oktoeuchscite-ref-129[129] und, byzantinischen Modellen folgend, in abendlĂ€ndischen Bilderhandschriften, besonders der Bible moralisĂ©e.cite-ref-130[130]
Die Ernteszenen des Buchs Rut begegnen in Jahreszeiten- und Monatsbildern; Beispiele fĂŒr die Rezeption des Stoffs in der Landschaftsmalerei bieten Nicolas Poussin (Der Sommer) und Claude Lorrain.cite-ref-131[131] âVor Poussin hatte niemand Ruth in einer bukolischen Sommerlandschaft auftreten lassen.âcite-ref-132[132]
In den protestantischen Niederlanden des 17. Jahrhunderts waren die lĂ€ndlichen, alltĂ€glichen Szenen aus der Rut-ErzĂ€hlung als Bildmotive beliebt. Rembrandt schuf verschiedene Zeichnungen, in denen er der emotionalen Beziehung zwischen Rut und Noomi bzw. Rut und Boas besondere Aufmerksamkeit widmete. In der Szene auf der Tenne, bei der Boas sechs MaĂ Getreide als Geschenk auf Ruts Mantel schĂŒttet (vgl. Rut 3,15 ), ist es beispielsweise der auf dem Boden ausgebreitete groĂe Mantel, der symbolisch eine Einheit zwischen Rut und Boas herstellt.cite-ref-133[133]
William Blakes GemĂ€lde Noomi fordert Rut und Orpa auf, ins Land Moab heimzukehren (1795) kontrastiert die beschĂ€mt und gebeugt davonziehende Orpa und die eng verbundenen Frauen Rut und Noomi. Im Viktorianischen Zeitalter wurden Szenen aus dem Buch Rut hĂ€ufig dargestellt, wobei zunehmend die historisch ârichtigeâ Wiedergabe des biblischen Landlebens interessiert (Orientalismus). James Tissot reiste eigens nach PalĂ€stina, um Studien fĂŒr sein Aquarell Die Ă€hrenlesende Rut (1896) anzufertigen. Philip Hermogenes Calderon verlegte 1902 die Trennungsszene von Noomi, Rut und Orpa in eine wĂŒstenartige Landschaft mit Felsen, Palmen und Kakteen.cite-ref-134[134] Bei Pilgerreisen ins Heilige Land, die im 19. Jahrhundert einen Aufschwung nahmen, gehörte Bethlehem zum Pflichtprogramm. Sehr beliebt war der Besuch der Felder rings um Bethlehem, wo man den Einheimischen bei der Arbeit zusah und in die biblische Landschaft einzutauchen glaubte.cite-ref-135[135]
Ephraim Moses Lilien stellte Rut 1912 als zionistische Pionierin dar, die der Zukunft im neu zu grĂŒndenden Staat entgegenblickt. Ungewöhnlicherweise arbeitet sie nachts auf dem Feld und hat ein an den Tallit erinnerndes Tuch um die HĂŒften geschlungen. Wie eine Araberin trĂ€gt sie ihre Last, die schweren Getreidegarben, auf dem Kopf.cite-ref-136[136]
FĂŒr seinen 1960 begonnenen Bilderzyklus zum Buch Rut wĂ€hlte Marc Chagall fĂŒnf Szenen aus: Noomi mit Rut und Orpa, Rut beim Ăhrenlesen, Begegnung von Rut und Boas, Rut zu FĂŒĂen des Boas, Boasâ Erwachen. Feuerrot und Braun dominieren und rufen die Vorstellung von Sommerhitze und Ernte auf. Die letzten beiden Bilder interpretieren die Nacht auf der Tenne als sexuelle Begegnung von Rut und Boas.cite-ref-137[137]
In der Serie Biblische ErzĂ€hlungen stellt der israelische Fotograf Adi Nes Stoffe aus der HebrĂ€ischen Bibel oder dem Midrasch dar, wobei er berĂŒhmte GemĂ€lde zitiert und sich auf aktuelle Probleme der israelischen Gesellschaft bezieht. Bei der Darstellung von Ruth und Noomi ist man an Jean-François Millets Ăhrenleserinnen erinnert. Anders als in der Bibel und bei Millet sind die beiden Frauen aber nicht bei der Erntearbeit zu sehen. Sie sammeln Zwiebeln auf, die nach dem Abbau eines Wochenmarkts auf der StraĂe liegengeblieben sind.cite-ref-138[138] Die gemeinsame Arbeit schafft eine Verbundenheit der beiden Frauen, die fremd wirken, ohne dass man sie einer MinoritĂ€t der israelischen Gesellschaft klar zuordnen könnte.cite-ref-139[139]
Literatur
Tirso de Molina thematisierte die Geschichte von Rut in dem biblischen Drama La mejor espigadera (1634).
Victor Hugo beschrieb in dem Gedicht Booz endormi (âDer schlafende Boasâ, in dem Zyklus La LĂ©gende des siĂšcles, 1859) den auf seiner Tenne schlafenden Boas, der davon trĂ€umt, Stammvater des Messias zu werden.
Else Lasker-SchĂŒlers Gedicht Ruth (1905)cite-ref-140[140] ist ein âintertextuelles Spiel um âFremdseinâ und âHeimatââ (Lothar Bluhm), das sich nur im Titel auf die biblische Person bezieht.cite-ref-141[141] In dem Gedicht Boas (1917)cite-ref-142[142] wurden von ihr dagegen mehrere Motive des biblischen Buches aufgerufen.
S. J. Agnon bezog sich in seinen ErzĂ€hlungen mehrfach auf das biblische Buch Rut. In der Mitte ihres Lebens (1923) beschreibt die Beziehung Tirzas zu ihrer frĂŒh verstorbenen, melancholischen und herzkranken Mutter Lea als eine Rut-Noomi-Beziehung, aber was Tirza auch versucht, es gelingt ihr nicht, bei Lea ein Echo zu erreichen. Gestern, Vorgestern (1945) ironisiert den Orientalismus einer Studentengruppe der Bezalel-Kunstschule, die sich fĂŒr die russische Immigrantin Sonja als personifizierte Rut begeistern â obwohl oder weil Sonja auf sie ânordischâ wirkt.cite-ref-143[143]
Die lettische Dichterin und Dramatikerin Aspazija veröffentlichte 1925 ihr âDrama nach biblischen Motiven in drei AufzĂŒgen bzw. vier Szenenâ Boas und Rut (Boass un Rute. DrÄma pec BÄ«beles motÄ«viem trijos cÄlienos, ÄetrÄs ainÄs).
In Marilynne Robinsons DebĂŒtroman Housekeeping (1980) wird der biblische Bezug gleich im ersten Satz deutlich: âMein Name ist Ruthâ. Die Waisen Ruth und Lucille werden von ihrer Tante Sylvie, die jahrelang ohne festen Wohnsitz umhergezogen ist, betreut, und Ruth fĂŒhlt sich zunehmend von Sylvies Lebensstil angezogen. Mit ihr verlĂ€sst sie schlieĂlich die Kleinstadt in Idaho, in der sie aufgewachsen ist.cite-ref-144[144]
Fannie Flagg beschreibt in dem Roman Fried Green Tomatoes at the Whistle Stop CafĂ© (1987) die Freundschaft zwischen Ruth Jamison und Idgie Threadgoode, die wĂ€hrend der GroĂen Depression im lĂ€ndlichen Alabama ein CafĂ© betreiben. Die Handlung spielt immer wieder auf das biblische Buch Rut an, einmal auch explizit, als Ruth, die von ihrem Mann misshandelt wird, Idgie als Hilferuf eine Seite aus der Bibel zukommen lĂ€sst, worin sie Rut 1,16â20 angestrichen hat.cite-ref-145[145]
Die israelische Schriftstellerin und Ăbersetzerin Michal Ben-Naftali lieĂ in Chronicle of Separation: On Deconstructionâs Disillusioned Love (2000) eine queere biblische Rut als Ich-ErzĂ€hlerin ihr âwirklichesâ Leben beschreiben. Manipuliert von der geliebten Noomi, willigt sie in eine sexuelle Beziehung zu Boas ein und bringt einen Sohn fĂŒr Noomi zur Welt. Danach fordern die Bethlehemiter sie, die verachtete Moabiterin, auf, den Ort zu verlassen und anderswohin zu ziehen.cite-ref-146[146]
Musik und Film
âą Felice Giardini (1772),
âą Samuel Wesley (1778),
⹠Jean-François Lesueur (Ruth et Noémi 1810, Ruth et Boaz 1811),
⹠César Franck (1845),
âą Henry Litolff (1869),
âą Luise Adolpha Le Beau (1885),
âą Georg Schumann (1908).
Der Historienfilm The Story of Ruth (1960; Regie: Henry Koster) wird im Lexikon des internationalen Films als effektsicher inszeniertes âKostĂŒmspektakelâ charakterisiert.cite-ref-148[148]
Amos Gitai nutzt in seinem Film Golem, lâesprit de lâexile (1992) das Buch Rut als Rahmenhandlung: Die aus Bethlehem stammende Familie lebt in Paris, die Söhne haben Französinnen geheiratet. Dann stirbt der Vater bei einem Autounfall, die Söhne bei auslĂ€nderfeindlichen AnschlĂ€gen. Die (junge) Naomi und ihre Schwiegertochter Ruth kehren gezwungenermaĂen nach Bethlehem zurĂŒck. Boas, mit dem Ruth ein Kind hat, ist KapitĂ€n eines Frachtschiffs und französisch-afrikanischer Herkunft. Die Personen des Films sind auf ihre Weise Wanderer zwischen verschiedenen LĂ€ndern, ohne je anzukommen.cite-ref-149[149]
2009 erschien der Bibelfilm The Book of Ruth: Journey of Faith (Regie: Steven Patrick Walker).cite-ref-150[150]
Forschungsgeschichte
Sehr stark wurde die Meinung Johann Wolfgang von Goethes rezipiert, das Buch Rut sei âdas lieblichste kleine Ganze âŠ, das uns episch und idyllisch ĂŒberliefert worden ist.â Die im 19. und 20. Jahrhundert ĂŒbliche Deutung des Werks als Idylle, also als Schilderung einfachen, friedlichen Landlebens, berief sich auf ihn.cite-ref-151[151]
Hermann Gunkel bestimmte die Gattung des Rutbuchs als Novelle, da Dialoge einen groĂen Teil des Buches ausfĂŒllen: âAuch die italienischen Novellen der Renaissance, der Ausgangspunkt der modernen, sind aus MĂ€rchen- oder Sagenstoffen entstanden, die im Interesse der Charakterschilderung soweit ausgesponnen sind. Man hat also das Recht, von einer Ruth-Novelle zu sprechen. Der Zweck der vielen Reden ist auch hier deutlich, die Charaktere darzulegen.âcite-ref-152[152]
Die âidyllischeâ Interpretation vertritt beispielsweise Yair Zakovitch. Er betont, dass nach den eingangs erzĂ€hlten SchicksalsschlĂ€gen aller Pessimismus schwinde, zwischen den Personen keine Spannung bestehe und ganz im Gegensatz zu den kriegerischen und gewalttĂ€tigen Episoden des Richterbuchs ein ruhiges, friedliches Landleben geschildert werde â âein Hauch von Anmut und Lieblichkeitâ wehe durch die ErzĂ€hlung, deren Ă€sthetische QualitĂ€t sich beim genauen Lesen erschlieĂe.cite-ref-153[153]
Die Deutung als Idylle wird durch mehrere neuere Arbeiten zu Rut in Frage gestellt, die betonen, dass in dieser ErzĂ€hlung zwei arme Frauen ums Ăberleben kĂ€mpfen. Dass junge Frauen wie Rut âihren Körper im Kampf um die Ăberlebenssicherung ihrer Familien einsetzen mĂŒssenâ und MĂ€nner untereinander ĂŒber die Zukunft von Frauen entschieden, bleibe auch im 21. Jahrhundert ein Problem, so Irmtraud Fischer. Das Rutbuch sei insofern aktuell, berge aber unkritisch gelesen die Gefahr, solche VerhĂ€ltnisse zu legitimieren. âEs muĂ nach seiner Intention ausgelegt werden â und die ist eindeutig die der Rechtsauslegung und -anwendung zugunsten von Frauen.âcite-ref-154[154]
Rut als Modell einer Konvertitin ist nicht unproblematisch, da ihre Integration in Bethlehem mit der Aufgabe der eigenen IdentitĂ€t einhergeht. Die Moabiterin Rut findet ihren Platz â aber um den Preis, dass sie im letzten Kapitel unsichtbar gemacht wird.cite-ref-155[155] Bonnie Honig kritisierte 1997, dass Rut von ihrer bethlehemitischen Familie abgelehnt und als Leihmutter benutzt werde.cite-ref-156[156]
Literatur
Textausgaben
HebrÀisch
âą Biblia Hebraica Stuttgartensia. Deutsche Bibelgesellschaft, 5. Auflage Stuttgart 1997, ISBN 3-438-05219-9.
âą Ruth ŚšŚŚȘ, bearbeitet von Jan de Waard. In: Megilloth. Hrsg. von Adrian Schenker et al. (= Biblia Hebraica Quinta. Faszikel 18). Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-438-05278-0.
âą The Jerusalem Bible Edition of The Koren Tanakh. HebrĂ€isch / Englisch. Koren Publishers, 3. Auflage Jerusalem 2015, ISBN 978-965-301-723-8 (Standardausgabe der HebrĂ€ischen Bibel in Israel, englische Ăbersetzung (von Harold Fisch) genehmigt durch die Rabbiner Moshe Feinstein und Joseph Ber Soloveitchik).
Griechisch
âą Alfred Rahlfs, Robert Hanhart: Septuaginta: Id Est Vetus Testamentum Graece Iuxta LXX Interpretes. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-438-05119-6.
⹠Udo Quast: Ruth. (= Septuaginta: Vetus Testamentum Graecum. Band 4/3). 2. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-53448-9.
âą Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-438-05122-6.
Ăberblicksdarstellungen
âą Hanna Liss: Das Buch Rut. In: Tanach. Lehrbuch der jĂŒdischen Bibel (= Schriften der Hochschule fĂŒr JĂŒdische Studien. Band 8). UniversitĂ€tsverlag C. Winter, 4., völlig neu ĂŒberarbeitete Auflage Heidelberg 2019, ISBN 978-3-8253-6850-0, S. 441â443.
âą Arndt Meinhold: Ruth (Buch). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 29, de Gruyter, Berlin / New York 1998, ISBN 3-11-016127-3, S. 508â511.
âą Markus Witte: Das Rutbuch. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, ISBN 978-3-8252-5086-7, S. 458â463.
âą Erich Zenger, Christian Frevel: Das Buch Rut. In: Einleitung in das Alte Testament (= Kohlhammer StudienbĂŒcher Theologie. Band 1,1). Kohlhammer, 9. aktualisierte Auflage, hrsg. von Christian Frevel, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-17-030351-5, S. 278â288.
âą Erich Zenger: Ruth/Ruthbuch. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 7, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2004, Sp. 705â706.
âą Siegfried Kreuzer: Ruth. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 1111â1115.
Kommentare
âą Tamara Cohn Eskenazi, Tikva Frymer-Kensky: The JPS Bible Commentary: Ruth. Jewish Publication Society, Philadelphia 2011, ISBN 978-0-8276-0744-6.
âą Irmtraud Fischer: Rut (= Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament). Freiburg im Breisgau u. a. 2001, ISBN 3-451-26811-6.
⹠Melanie Köhlmoos: Ruth (= Das Alte Testament Deutsch. Band 9/3). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-51244-9.
âą Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary (= The Anchor Yale Bible Commentaries. Band 7 D). Yale University Press, New Haven/London 2016, ISBN 978-0-300-19215-5.
âą Yair Zakovitch: Das Buch Rut: Ein jĂŒdischer Kommentar. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1999, ISBN 3-460-04771-2.
âą Erich Zenger: Das Buch Ruth (= ZĂŒrcher Bibelkommentare: AT. Band 8). ZĂŒrich 1986, 2. durchgesehene und ergĂ€nzte Auflage 1992, ISBN 3-290-14740-1.
âą Ingeborg Lederer-BrĂŒchner: Kommentare zum Buch Rut von Josef Kara: Editionen, Ăbersetzungen, Interpretationen. Kontextualisierung mittelalterlicher Auslegungsliteratur. Peter Lang, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-631-66474-2.
⹠Meik Gerhards: Der Ursprung Davids. Studien zum Buch Rut im Alten Testament und in der HebrÀischen Bibel. kbw Bibelwerk, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-460-03464-8.
⹠Dagmar Börner-Klein (Hrsg.): Jalkut Schimoni zu Rut. De Gruyter, Berlin/Boston 2020, ISBN 978-3-11-068825-2.
Einzelthemen
âą Rachel Adelman: Seduction and Recognition in the Story of Judah and Tamar and the Book of Ruth. In: Nashim: A Journal of Jewish Womenâs Studies & Gender Issues 23 (2012), S. 87â109.
âą Reinhold Bohlen: Die Rutrolle: ein aktuelles Beispiel narrativer Ethik im Alten Testament. In: Trierer Theologische Zeitschrift 101/1 (1992), S. 1â19.
âą Eberhard Bons: Die Septuaginta-Version des Buches Rut. In: Biblische Zeitschrift N. F. 42 (1998), S. 202â224.
âą Andrea Beyer: Hoffnung in Bethlehem. Innerbiblische QuerbezĂŒge als Deutungshorizonte im Ruthbuch (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die Alttestamentliche Wissenschaft. Band 463). De Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-035018-0.
âą Irmtraud Fischer: The Book of Ruth as Exegetical Literature. In: European Judaism: A Journal for the New Europe 40/2 (2007), S. 140â149.
âą Sebastian GrĂ€tz: Zuwanderung als Herausforderung: Das Rutbuch als Modell einer sozialen und religiösen Integration von Fremden im nachexilischen JudĂ€a. In: Evangelische Theologie 65/4 (2005), S. 294â309.
âą Peter H. W. Lau: Identity and Ethics in the Book of Ruth: A Social Identity Approach (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die Alttestamentliche Wissenschaft. Band 416). De Gruyter, Berlin/New York 2011, ISBN 978-3-11-024760-2.
âą Marjo Korpel: The Structure of the Book of Ruth (= Pericope. Band 2). Van Gorcum, Assen 2001, ISBN 978-90-232-3657-3.
âą Agnethe Siquans: Foreignness and Poverty in the Book of Ruth: A Legal Way for a Poor Foreign Woman to Be Integrated into Israel. In: Journal of Biblical Literature 128/3 (2009), S. 443â452.
âą Ziony Zevit: Dating Ruth: Legal, Linguistic, and Historical Observations. In: Zeitschrift fĂŒr die Alttestamentliche Wissenschaft 117 (2005), S. 574â600.
âą Karl-Heinrich Ostmeyer: No Citizenship for Ruth? Names as access permissions in the Scroll of Ruth. In: Alexander Unser (Hrsg.): Religion, Citizenship and Democracy (= Religion and Human Rights. Band 8). Springer, Cham 2021, ISBN 978-3-030-83276-6, S. 245â272, doi:10.1007/978-3-030-83277-3-13.
Rezeptionsgeschichte
âą Birgit Hartberger: Das biblische Ruth-Motiv in deutschen lyrischen Gedichten des 20. Jahrhunderts (= MĂŒnsteraner theologische Abhandlungen. Band 17). Oros, Altenberge 1992, ISBN 3-89375-055-X.
âą Melanie Köhlmoos: âEs war nunmehr notwendig, dass ich dies von Ruth erzĂ€hlt habeâŠâ: Beobachtungen zur Ruth-ErzĂ€hlung des Flavius Josephus (Ant. V 318â337). In: Die Welt des Orients 39 (2009), S. 58â71.
âą Jennifer L. Koosed: Gleaning Ruth. A Biblical Heroine and her Afterlives. University of South Carolina Press, Columbia, S.C. 2011, ISBN 978-1-57003-983-6.
âą Helen Leneman: The Performed Bible: The Story of Ruth in Opera and Oratorio. Sheffield Phoenix Press, Sheffield 2007, ISBN 978-1-905048-56-4.
âą Nachman Levine: Ten Hungers/Six Barleys: Structure and Redemption in the Targum to Ruth. In: Journal for the Study of Judaism in the Persian, Hellenistic, and Roman Period 30/3 (1999), S. 312â324.
âą Ulrich MĂŒller: Heimat finden. Impulse aus dem Buch Rut. Neufeld-Verlag, Cuxhaven 2018, ISBN 978-3-86256-086-8.
âą Martin OâKane: The Iconography of the Book of Ruth. In: Interpretation 64/2 (2010), S. 130â145.
âą Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration. JĂŒdischer Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-633-54320-5.
Weblinks
Commons
: Buch Rut
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Irmtraud Fischer: Rut / Rutbuch. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart Oktober 2006
âą Tamar Meir: Ruth: Midrash and Aggadah. In: The Shalvi/Hyman Encyclopedia of Jewish Women (Jewish Womenâs Archive)
Anmerkungen
cite-note-11. â In der englischsprachigen Literatur herrscht die Bezeichnung als short story vor, was besser als Kurzprosa denn als Kurzgeschichte zu ĂŒbersetzen ist. Vgl. Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 80.
cite-note-22. â Zeitweilige, durch Hungersnot bedingte Auswanderung ist in der HebrĂ€ischen Bibel ein bekanntes Motiv, doch wĂ€re Ăgypten ein naheliegenderes Ziel als ausgerechnet Moab, das bei Missernten in Israel eher noch stĂ€rker betroffen war. Vgl. Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 77.
cite-note-33. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 2. Ăhnlich Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary, New Haven/London 2016, S. 80
cite-note-44. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 9.
cite-note-55. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 35.
cite-note-66. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 10.
cite-note-77. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 135 f.
cite-note-88. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 19; Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 25 f.
cite-note-99. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 32. Vgl. auch Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 27: âDie Stadt, das sind die Frauen.â
cite-note-1010. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 19â22 und 101. Zum Vergleich von Noomi und Ijob siehe Zakovitch ebd., S. 57 f.
cite-note-1111. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 26.
cite-note-1212. â Auf diese Parallele verweist Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 27. Vgl. die Beobachtung von Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 157: GĂ€ngige Ăbersetzungen ins Deutsche zeigen einen Gender Bias, indem sie die gleiche Vokabel unterschiedlich ĂŒbersetzen, je nachdem, ob sie auf den Mann Boas oder die Frau Rut angewandt wird. Beispiele: EinheitsĂŒbersetzung 2016: einflussreicher Mann/tĂŒchtige Frau; Lutherbibel 2017: angesehener und redlicher Mann/tugendsame Frau; dagegen ZĂŒrcher Bibel 2007: tĂŒchtiger Krieger/tĂŒchtige Frau.
cite-note-k-hlmoos27-1313. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 27.
cite-note-1414. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 213 f. Im Midrasch Rut Rabba wird Boas zum achtzigjĂ€hrigen Greis erklĂ€rt, vgl. Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 142.
cite-note-1515. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 29.
cite-note-1616. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 32.
cite-note-1717. â Vgl. Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 34 f.: hebrĂ€isch Ś ÖČŚąÖ·Śš naâar, weder Knecht noch Verwalter, sondern ein im Familienverband lebender junger Mann, der angelernt wird, Verantwortung zu ĂŒbernehmen.
cite-note-1818. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 36 f.
cite-note-191. Zu Millets Rast der Schnitter und den Ăhrenleserinnen vgl. Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 121â129.
cite-note-2020. â Vgl. Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 173: âBereits die Alten wuĂten, daĂ in Gesellschaften, die nach dem Geschlecht diskriminieren, der Zusammenhalt von Frauen die wirksamste Gegenwehr gegen mĂ€nnliche WillkĂŒrakte ist.â
cite-note-2121. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 37â40.
cite-note-2222. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 172.
cite-note-2323. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 174.
cite-note-2424. â Zur Unterscheidung des Rechtsstatus von AuslĂ€ndern und Fremdlingen vgl. Markus Zehnder: Fremder (AT). In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff., abgerufen am 2. Oktober 2023.
cite-note-2525. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 41. AusfĂŒhrlich zu diesem erzĂ€hlerischen Kunstgriff: Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 35.
cite-note-2626. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 176 f.
cite-note-2727. â hebrĂ€isch ŚÖčŚÖ¶Ś„ áž„omĂŠáčŁ, worin das Brot gestippt wird, ist eine Tunke aus vergorenem Getreide oder Trauben, also eine Art Kwas oder Most.
cite-note-2828. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 182.
cite-note-2929. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 45.
cite-note-3030. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 45 f.
cite-note-3131. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 49.
cite-note-3232. â Damit klingt der Begriff mÉnûងÄh âGeborgenheitâ aus Rut 1,9 an, welcher von der gleichen Verbalwurzel abgeleitet ist. Vgl. Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 27.
cite-note-3333. â Vgl. Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 56: âRuth soll von Boas' Decke soviel wegziehen, wie eben noch schicklich ist.â
cite-note-3434. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 202 f.
cite-note-3535. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 57 f.
cite-note-3838. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 65 f. Ebenso Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 40. Vgl. aber Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary, New Haven/London 2016, S. 38: Dass Rut eine Moabiterin ist, wird zwar stark betont. Negative Einstellungen zu Moabiterinnen werden in der ErzĂ€hlung aber an keiner Stelle thematisiert.
cite-note-3939. â Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary, New Haven/London 2016, S. 37.
cite-note-4040. â Das Buch Rut spielt in der Zeit der Richter, in der diese VerhĂ€ltnisse noch nicht anzunehmen sind. Vgl. Frank CrĂŒsemann: Die Tora: Theologie und Sozialgeschichte des alttestamentlichen Gesetzes, MĂŒnchen 1992, hier referiert nach: Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 233 f.
cite-note-4141. â Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 70 f.
cite-note-4242. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 151.
cite-note-4343. â Ob eine Witwe ihren Mann nach antikem jĂŒdischem Recht beerben konnte, ist uneindeutig. Das Buch Judit und die Texte aus Elephantine setzen ein Erbrecht von Witwen voraus, die Rabbinen verneinten es (Babylonischer Talmud, Bava batra 111b). Vgl. Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 43.
cite-note-4444. â Dem Midrasch Rut Rabba und Raschi zufolge hieĂ der Löser Tov; Boas, Tov und Elimelech seien BrĂŒder gewesen. BegrĂŒndet wird dies mit Rut 3,13 : âWenn er dich lösen will, gut (hebrĂ€isch ŚŚÖčŚ áčĂŽv), so mag er lösen.â Vgl. Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 144. Zakovitch selbst versteht (ebd., S. 152) die AnonymitĂ€t des Lösers als Tadel des ErzĂ€hlers: âWer sich aber weigert, den Namen des Toten auf seinem Erbbesitz weiterleben zu lassen, der ist nicht wĂŒrdig, daĂ sein eigener Name in der Geschichte erwĂ€hnt wird.â
cite-note-4545. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 237 f.
cite-note-4646. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 238 f.
cite-note-4747. â Gelegentlich wird die AnonymitĂ€t dieser Nebenperson als implizite Kritik eines solchen Verhaltens gedeutet. Vgl. Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 40 f.
cite-note-4848. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 45.
cite-note-4949. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 246.
cite-note-5050. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 257.
cite-note-5151. â Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary, New Haven/London 2016, S. 50.
cite-note-5252. â DafĂŒr plĂ€diert zum Beispiel Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 72â76.
cite-note-5353. â Vgl. Melanie Köhlmoos: Ruth, Göttingen 2010, S. 84: Die Stammtafel âgehört nicht zum Grundbestand, weil der Grundentwurf des Ruthbuchs gröĂten Wert darauf legt, dass Boas Obed nicht gezeugt hat.â
cite-note-5454. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 13.
cite-note-5555. â Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary, New Haven/London 2016, S. 21.
cite-note-5656. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 25.
cite-note-5757. â Ernst Axel Knauf: Ruth la Moabite. In: Vetus Testamentum 44/4 (1996), S. 547 f.
cite-note-5858. â YaÊżir Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 17.
cite-note-liss439-5959. â Hanna Liss: Das Buch Rut, Heidelberg 2019, S. 439.
cite-note-fischer34-6060. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 34.
cite-note-6161. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 77.
cite-note-6262. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 35.
cite-note-6363. â Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary, New Haven/London 2016, S. 84.
cite-note-6464. â YaÊżir Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 11.
cite-note-6565. â Karl-Heinrich Ostmeyer: No citizenship for Ruth? Names as access permissions in the Scroll of Ruth. In: Religion and Human Rights. Band 8. Springer, 2022, ISBN 978-3-03083276-6, S. 265.
cite-note-6666. â Angelika Berlejung: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine EinfĂŒhrung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage, Göttingen 2019, ISBN 978-3-8252-5086-7, S. 59â192, hier S. 93 und 98 f.
cite-note-6767. â Erich Zenger, Christian Frevel: Das Buch Rut, Stuttgart 2016, S. 282.
cite-note-6868. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 26â28.
cite-note-6969. â Zakovitch nimmt ein âHaus der Noomiâ in Bethlehem an, vgl. Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 16.
cite-note-7070. â Erich Zenger, Christian Frevel: Das Buch Rut. In: Einleitung in das Alte Testament (= Kohlhammer StudienbĂŒcher Theologie. Band 1,1). Kohlhammer, 9. aktualisierte Auflage, hrsg. von Christian Frevel, Stuttgart 2016, S. 283 f.
cite-note-7171. â Markus Witte: Das Rutbuch, Göttingen 2019, S. 462.
cite-note-7272. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 91â94.
cite-note-7373. â Jeremy Schipper: Ruth. A New Translation with Introduction and Commentary, New Haven/London 2016, S. 19.
cite-note-7474. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 35â37.
cite-note-crawford-7575. â Sidnie White Crawford: Five Scrolls. In: Lawrence H. Schiffman, James C. VanderKam: Encyclopedia of the Dead Sea Scrolls. Oxford University Press, Online-Version von 2008.
cite-note-7676. â Eberhard Bons: Die Septuaginta-Version des Buches Rut, 1998, S. 206.
cite-note-thb-online-bachmann-7777. â Veronika Bachmann: Ruth: Ancient Hebrew Texts. In: Armin Lange (Hrsg.): The Textual History of the Bible Online, Brill 2020, ISSN 2452-4107.
cite-note-7878. â Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung, Stuttgart 2009, S. 295.
cite-note-7979. â Eberhard Bons: Die Septuaginta-Version des Buches Rut, 1998, S. 207.
cite-note-8080. â Eberhard Bons: Die Septuaginta-Version des Buches Rut, 1998, S. 213â215.
cite-note-822. Septuaginta Deutsch. Stuttgart 2009, S. 296.
cite-note-thb-online-k-hlmoos-8383. â Melanie Köhlmoos: Ruth: Textual History of Ruth. In: Armin Lange (Hrsg.): The Textual History of the Bible Online, Brill 2020, ISSN 2452-4107.
cite-note-843. Ăbersetzung: Lazarus Goldschmidt. (Online)
cite-note-8585. â Hanna Liss: Tanach. Lehrbuch der jĂŒdischen Bibel, Heidelberg 2019, S. 5.
cite-note-8686. â Julius Steinberg, Timothy J. Stone: The Historical Formation of the Writings in Antiquity. In: Dies., The Shape of the Writings, Winona Lake 2015, S. 1â58, hier S. 41 f.
cite-note-8787. â Julius Steinberg, Timothy J. Stone: The Historical Formation of the Writings in Antiquity. In: Dies., The Shape of the Writings, Winona Lake 2015, S. 1â58, hier S. 44 f.
cite-note-8888. â Stephen Dempster: A Wandering Moabite: Ruth â A Book in Search of a Canonical Home. In: Julius Steinberg, Timothy J. Stone (Hrsg.): The Shape of the Writings. Eisenbrauns, Winona Lake 2015, S. 87â118, hier S. 95.
cite-note-8989. â Stephen Dempster: A Wandering Moabite: Ruth â A Book in Search of a Canonical Home. In: Julius Steinberg, Timothy J. Stone (Hrsg.): The Shape of the Writings. Eisenbrauns, Winona Lake 2015, S. 87â118, hier S. 95 f. und 103.
cite-note-9090. â Hier zitiert nach: Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 32.
cite-note-9191. â Peter Brandt: Final Forms of the Writings: The Jewish and Christian Traditions. In: Julius Steinberg, Timothy J. Stone (Hrsg.): The Shape of the Writings. Eisenbrauns, Winona Lake 2015, S. 59â86, hier S. 69. Mitgerechnet sind hier neun Manuskripte, die die gleiche Reihenfolge der Festrollen aufweisen, aber mit Ester beginnen, was wohl auf Einfluss des christlichen Kalenders zurĂŒckzufĂŒhren ist.
cite-note-9292. â Peter Brandt: Final Forms of the Writings: The Jewish and Christian Traditions. In: Julius Steinberg, Timothy J. Stone (Hrsg.): The Shape of the Writings. Eisenbrauns, Winona Lake 2015, S. 59â86, hier S. 74.
cite-note-9393. â Peter Brandt: Final Forms of the Writings: The Jewish and Christian Traditions. In: Julius Steinberg, Timothy J. Stone (Hrsg.): The Shape of the Writings. Eisenbrauns, Winona Lake 2015, S. 59â86, hier S. 63â67.
cite-note-9494. â Vgl. Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte 6,25,2: âRichter und Ruth, bei den HebrĂ€ern in einem einzigen Buche: ÎŁÏÏÏΔÎčÎŒ;â (Online)
cite-note-9595. â Stephen Dempster: A Wandering Moabite: Ruth â A Book in Search of a Canonical Home. In: Julius Steinberg, Timothy J. Stone (Hrsg.): The Shape of the Writings. Eisenbrauns, Winona Lake 2015, S. 87â118, hier S. 95 f. und 103.
cite-note-9696. â Stephen Dempster: A Wandering Moabite: Ruth â A Book in Search of a Canonical Home. In: Julius Steinberg, Timothy J. Stone (Hrsg.): The Shape of the Writings. Eisenbrauns, Winona Lake 2015, S. 87â118, hier S. 106 f.
cite-note-9797. â Melanie Köhlmoos: âEs war nunmehr notwendig, dass ich dies von Ruth erzĂ€hlt habeâŠâ: Beobachtungen zur Ruth-ErzĂ€hlung des Flavius Josephus (Ant. V 318â337), 2009, S. 60.
cite-note-9898. â Melanie Köhlmoos: âEs war nunmehr notwendig, dass ich dies von Ruth erzĂ€hlt habeâŠâ: Beobachtungen zur Ruth-ErzĂ€hlung des Flavius Josephus (Ant. V 318â337), 2009, S. 61.
cite-note-9999. â Flavius Josephus: JĂŒdische AltertĂŒmer (Antiquitates) 1,14, vgl. Jan Willem van Henten: Josephus as Narrator. In: Eve-Marie Becker, Jörg RĂŒpke (Hrsg.): Autoren in religiösen literarischen Texten der spĂ€thellenistischen und der frĂŒhkaiserzeitlichen Welt: zwölf Fallstudien. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2019, S. 121â150, hier S. 128 f.
cite-note-100100. â Melanie Köhlmoos: âEs war nunmehr notwendig, dass ich dies von Ruth erzĂ€hlt habeâŠâ: Beobachtungen zur Ruth-ErzĂ€hlung des Flavius Josephus (Ant. V 318â337), 2009, S. 63 f.
cite-note-101101. â D. R. G. Beattie: The Targum of Ruth. Translated, with Introduction, Apparatus, and Notes (= The Aramaic Bible. Band 19). Clark, Edinburgh 1994, S. 10â12.
cite-note-102102. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 71 f.
cite-note-103103. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 72 f.
cite-note-104104. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 61â66.
cite-note-105105. â Mischna Jevamot 8,3, vgl. zur weiteren Entwicklung: Maimonides: Mischne Tora, Sefer Keduscha, Issurei Biah 12,18, Josef Karo: Schulchan Aruch, Even haEser 4,2; Walter Homolka: Das jĂŒdische Eherecht. De Gruyter, Berlin 2009, S. 51.
cite-note-106106. â Sota 47a; Sanhedrin 105b.
cite-note-107107. â Bava Batra 91b; vgl. Hanna Liss: Das Buch Rut, Heidelberg 2019, S. 440.
cite-note-108108. â Bava Batra 91a.
cite-note-109109. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 72.
cite-note-liss443-110110. â Hanna Liss: Das Buch Rut, Heidelberg 2019, S. 443.
cite-note-111111. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 69 f.
cite-note-112112. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 84â105.
cite-note-1134. Klara Butting: Die Bedeutung der Rolle Rut im Judentum: Dem Messias die TĂŒr öffnen. In: Bibel und Kirche 54 (1999), S. 113â116.
cite-note-114114. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 140 f. und 173.
cite-note-115115. â Israel Drazin: Did Ruth Convert to Judaism?, The Times of Israel, 16. Mai 2018.
cite-note-116116. â Israel Meir Lau: Wie Juden leben: Glaube, Alltag, Feste. Aus dem HebrĂ€ischen ĂŒbertragen von Miriam Magall. Mohn, GĂŒtersloh 1988, S. 283.
cite-note-117117. â Ambrosius von Mailand: De fide ad Gratianum 3,69â75.
cite-note-118118. â Jennifer L. Koosed: Gleaning Ruth, Columbia 2011, S. 128.
cite-note-119119. â Beispielsweise Rupert Berger: Pastoralliturgisches Handlexikon: Das Nachschlagewerk fĂŒr alle Fragen zum Gottesdienst. Neuausgabe. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2013, S. 89.
cite-note-120120. â Willem Cornelis van Unnik: Dominus Vobiscum: The Background of a Liturgical Formula. In: Sparsa collecta. The Collected Essays of W. C. van Unnik. Part Three. Patristica. Gnostica. Liturgica. Brill, Leiden 1983, S. 362â391.
cite-note-121121. â Walter Deller: Moab, Moabite III. Christianity. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 19, De Gruyter, Berlin/Boston 2021, ISBN 978-3-11-031336-9, Sp. 492â497.
cite-note-122122. â Eunny Lee: Boaz, Booz IV. Christianity. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 4, De Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-018372-6, Sp. 257.
cite-note-123123. â Alice Connor: Naomi III. Christianity. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 20, De Gruyter, Berlin/Boston 2022, ISBN 978-3-11-031337-6, Sp. 769â771.
cite-note-124124. â Karl Barth: Kirchliche Dogmatik I/2, ZĂŒrich 1945, S. 469.
cite-note-125125. â Jennifer L. Koosed: Gleaning Ruth, Columbia 2011, S. 127.
cite-note-126126. â VELKD, UEK (Hrsg.): Lektionar. Nach der Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, S. 108â110.
cite-note-127127. â Buch Rut im Schriftstellenverzeichnis fĂŒr die Lesungen der Messe.
cite-note-128128. â Beispiele: Segnung von Paaren in eingetragener Lebenspartnerschaft. Materialien fĂŒr den Gottesdienst (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck), Kassel 2013, ISBN 978-3-89477-884-2, S. 16; Die Feier der Partnerschaftssegnung im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland. FĂŒr den gottesdienstlichen Gebrauch erarbeitet durch die Liturgische Kommission und herausgegeben von Bischof und Synodalvertretung, Alt-Katholischer Bistumsverlag, Bonn 2014, ISBN 978-3-934610-91-0, S. 18; Bârit Ahavah. Seder kiddushin lâzuggot chad-miniyyim/Covenant of Love. Service of Commitment for Same-Sex Couples, Reihe liberal judaism, London 2005, S. 21.
cite-note-129129. â Die acht biblischen BĂŒcher von Genesis bis Rut.
cite-note-130130. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 110.
cite-note-131131. â Irmtraud Fischer: Von der Vorgeschichte zur Nachgeschichte: Schriftauslegung in der Schrift â IntertextualitĂ€t â Rezeption. In: Zeitschrift fĂŒr die Alttestamentliche Wissenschaft 125 (2013), S. 143â160, hier S. 156.
cite-note-132132. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 113 f.
cite-note-133133. â Martin OâKane: The Iconography of the Book of Ruth, 2010, S. 137 f.
cite-note-134134. â Martin OâKane: The Iconography of the Book of Ruth, 2010, S. 141â144.
cite-note-135135. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 132.
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cite-note-137137. â Martin OâKane: The Iconography of the Book of Ruth, 2010, S. 144 f.
cite-note-138138. â Esther Hecht: The Arts: Photos of Truth and Distortion. 13. Dezember 2007, abgerufen am 15. November 2022 (amerikanisches Englisch).
cite-note-139139. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 169â172.
cite-note-140140. â Ruth (Lasker-SchĂŒler)
cite-note-141141. â Vgl. Lothar Bluhm: Else Lasker-SchĂŒlers Gedicht Ruth: Ein intertextuelles Spiel um âFremdseinâ und âHeimatâ. In: Birgit Lermen, Magda MottĂ© (Hrsg.): Interpretationen. Gedichte von Else Lasker-SchĂŒler. Reclam, Stuttgart 2010, S. 41â50. (Online)
cite-note-142142. â Boas (Lasker-SchĂŒler)
cite-note-143143. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 153â159.
cite-note-144144. â Rebecca M. Painter: Loyalty Meets Prodigality: The Reality of Grace in Marilynne Robinsonâs Fiction. In: Christianity and Literature 59 (2010), S. 321â340, hier S. 321 f.
cite-note-145145. â Stephanie Day Powell: Narrative Desire and the Book of Ruth. Bloomsbury, New York 2018, S. 81 f.
cite-note-146146. â Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 163â167.
cite-note-147147. â Thomas Schipperges: Musik und Bibel. Band 1: Altes Testament. BĂ€renreiter, Kassel 2009, S. 59.
cite-note-148148. â Buch Rut. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 17. November 2022.
cite-note-149149. â Jennifer L. Koosed: Gleaning Ruth, Columbia 2011, S. 129â132.
cite-note-150150. â Stephen Patrick Walker: The Book of Ruth: Journey of Faith. Reel Frog Films, 15. Dezember 2009, abgerufen am 17. November 2022.
cite-note-151151. â Hier referiert nach: Andrea Beyer: Hoffnung in Bethlehem, Berlin/Boston 2014, S. 27.
cite-note-152152. â Hermann Gunkel: Ruth. In: Reden und AufsĂ€tze. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1913, S. 65â92, hier S. 85 f. (Online)
cite-note-153153. â Yair Zakovitch: Das Buch Rut, Stuttgart 1999, S. 12.
cite-note-154154. â Irmtraud Fischer: Rut, Freiburg im Breisgau 2001, S. 265.
cite-note-155155. â Hier referiert nach: Andrea Beyer: Hoffnung in Bethlehem, Berlin/Boston 2014, S. 32â36.
cite-note-156156. â Bonnie Honig: Ruth, the Model EmigrĂ©: Mourning and the Symbolic Politics of Immigration. In: Political Theory 25 (1997), S. 112â136, hier referiert nach: Ilana Pardes: Das Buch Ruth: Geschichte einer Migration, Berlin 2022, S. 162.